4. September 2013

HERVORGEKRAMT #1

Heute habe ich
eine meiner Terrinenformen hervorgekramt. Terrinen sind hier in Fernost nicht so angesagt, zumal ich die Zutaten für eine solche nur schwer beschaffen könnte.
Aber die Saftplätzli meiner Mutter sind mir sofort in den Sinn gekommen, denn diese bereite ich stets in einer Terrinenform zu!

In der Schweiz
werden dünne Schnitzel vom Rind unter der Bezeichnung Saftplätzli (Plätzli = Schnitzel) verkauft. Es handelt sich um Stücke vom Stotzen (Hinterschenkel), die zum Schmoren bestimmt sind.

Ich wage zu behaupten, 
dass niemand (mehr) weiss, wofür «Saft» steht!
Zumindest entsteht dieser Eindruck, wenn ich verschiedene Rezepte für Saftplätzli (ja, es ist auch die Bezeichnung für ein Gericht!) im Internet durchstöbere, um zu erfahren, ob es vielleicht viel versprechende Varianten gibt: bei praktisch allen wird jedoch Wein und/oder Bouillon beigegeben – dabei soll der Saft ja vom Fleisch, eben von den Saftplätzli kommen!

Also halte ich mich
lieber an das einfache, aber sehr schmackhafte Rezept meiner Mutter: Fleisch, Zwiebeln, Speck, Petersilie und viel Karotten. Fertig!
Natürlich entsteht so nicht deziliterweise Sauce, aber wer dies möchte, bereitet sich wohl besser ein Gulasch zu.

In welchem Topf
sie Saftplätzli jeweils zubereitet hat, daran kann ich mich nicht mehr erinnern [Elsbeth, weisch es du no?!], ich jedenfalls bereite das Gericht immer in einer Terrinenform zu, so können auch bei lediglich 2 Portionen möglichst viele Lagen übereinander geschichtet werden.


SAFTPLÄTZLI mit Karotten

ein traditionelles Schmorgericht
2 Portionen als Hauptgericht

Einkaufsliste zum Ausdrucken

1/2 EL Butter
     eine Terrinenform von etwa 10x17 cm (oder eine eher kleine Gratinform) grosszügig mit Butter bestreichen.

50 g Schalotten oder Zwiebeln, gehackt
75 g Frühstücksspeck, in Streifen
300 g Saftplätzli, dünn geschnitten
200 g Karotten, in ca. 3 mm Scheibchen gehobelt
1 B. glatte Petersilie, samt Stängeln gehackt
Salz, Pfeffer aus der Mühle

     lagenweise in die Form schichten, bis alle Zutaten aufgebraucht sind. Fleisch und Karotten jeweils mit Salz und Pfeffer würzen.

1 EL Butter
     in Flocken darüber verteilen. Form mit Deckel oder Alufolie verschliessen.

Kann bis hierher vorbereitet werden!

     Im Ofen bei 180 °C 75 Minuten schmoren.

     Mit Kartoffelpüree oder Polenta und Blattsalat servieren.

nicht scharf

Tipp: die verwendete Form sollte eher eng aber dafür hoch sein, damit mehrere Lagen geschichtet werden können. Eine Terrinenform eignet sich daher am besten, es sei denn, man bereitet dieses Schmorgericht für ein Dutzend Leute zu...

Bei mehreren Personen sämtliche Zutaten beliebig vervielfachen.



Kommentare:

  1. wir machen sie etwas anders, aber nach demselben Prinzip. Lassen die Plätzli 30 Minuten bei kleinster Hitze Saft ziehen. Unser Lieblingsessen.
    http://lamiacucina.wordpress.com/2009/10/15/remake-mein-liebstes-mamarezept/

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    1. Oh, mit getrockneten Tomaten! Die hatte aber Mutter von Frau L. wohl vor 40 Jahren noch nicht zur Hand. Nein, die Zubereitung läuft ja auch als Remake.
      Mit Knorr Bratensauce "sündige" ich niemals, jedoch mit deren Suppenwürfel: das kommt daher, weil ich überzeugt bin, dass nur wenige einen Fond oder eine Demi-Glace selber kochen. Falls doch, werden jene auch wissen, wie meine rezeptierten Bouillonwürfel entsprechend zu ersetzen sind!
      Aber die braucht es ja bei meinen Saftplätzli gar nicht.

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