19. Januar 2014

PLAIN IN PIGNA

«Indian Summer» im Kautschukhain
... könnte locker mit
«prall im Ofen» aus dem Rhätoromanischen übersetzt werden.
«Ofenrösti» heisst das Kartoffelgericht aus dem Bündnerland (der Schweizer Kanton Graubünden). Auf jeden Fall handelt es sich um eine knusprige Konkurrenz zur Berner Rösti.

Heute stürmt es hier
wie bereits seit einigen Tagen. Heftiger Wind bei blauem Himmel. Ungewohnt. Gewöhnungsbedürftig auch, dass das Thermometer nicht unter 28 Grad sinkt. Auch nachts nur unwesentlich darunter.

Herbststürme
würde man schlussfolgern. Und so daneben liegt man mit dieser Annahme gar nicht einmal. Denn gegen Ende Januar verlieren hier alle Kautschukbäume ihr gesamtes Laub. Es verfärbt sich dabei gelb, orange, rot und wird schliesslich braun von den Zweigen geweht. Irgendwie «Indian Summer»! Nur: ebenso schnell wie abgestossen, bilden sich neue Blätter und auch Blüten.
Das sind eben die Jahreszeiten der Tropen, die nur wahr nimmt, wer hier lebt.

Passend zu den «Herbststürmen»
wo ich lieber drinnen esse, ist ein währschaftes Kartoffelgericht mit einer herzhaften Wurst. Sobald alles im Ofen ist, zieht ein wunderbarer Duft aus der Küche!


PLAIN IN PIGNA mit Engadinerwurst

4 Portionen als Hauptgericht

Einkaufsliste zum Ausdrucken

Engadiner:
100 g Karotten
50 g Lauchstange
50 g Stangensellerie
1/2 Bund breite Petersilie, gehackt

     Gemüse in kleinste Würfelchen (Brunoise) schneiden, mit Petersilie mischen.

4 Stück Backpapier von 35x35 cm
4 Engadiner Hauswürste*, à 150 g (oder andere geräucherte Brühwürste)
100 ml Veltliner (oder ein anderer Rotwein)

     Ein Stück Backpapier auf einen tiefen Teller legen. 1/4 vom Gemüse darauf geben. 1 Engadiner Wurst mit einer Gabel mehrmals einstechen, darauf legen. 2 EL Veltliner dazugiessen. Papier verschliessen, dabei obere Kanten 2-mal umschlagen und bei den Wurstenden locker zudrehen.
     Mit den restlichen Zutaten ebenso verfahren. Nebeneinander in eine Gratinform legen.

Kann bis hierher vorbereitet werden!

Plain in pigna:
1 EL feines Maismehl (oder Hartweizendunst)
1 EL Mehl
1/2 TL Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Muskatnuss, gerieben
1/2 EL Thymian, abgezupfte Blättchen

     mischen.

750 g Kartoffeln, fest kochend
Butter für die Form
50 g Frühstücksspeck, klein gewürfelt (Brunoise)

     Kartoffeln schälen, auf der Röstiraffel in eine grosse, gut ausgebutterte Gratinform reiben. Mit Mehl, Gewürzen, Thymian und Speck mischen.

100 ml Wasser
100 ml Milch
30 g Butter, in Flocken

     Milch und Wasser mischen, darüber giessen. Mit Butterflocken belegen.

     Kartoffeln und Würste in der Ofenmitte bei 200 °C 30 Minuten backen. Temperatur auf 180 °C reduzieren und weitere 30 Minuten fertig garen.

     Mit einem Blattsalat servieren.

nicht scharf

Tipp: die Kartoffelschicht sollte nicht dicker als 3 cm sein, daher eine entsprechend grosse Form wählen.

* Die Engadiner Hauswurst ist eine geräucherte Brühwurst aus Rind- und Schweinefleisch. Das Brät ist relativ grob. Sie ist leicht gekrümmt und etwa 20 cm lang.
Hier, fern vom Bündnerland, gibt es natürlich keine Engadiner. Die «TGM» (Thai-German Meat Products) stellt jedoch ähnliche, Schüblig-artige Würste her.



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