6. März 2014

KHI-MAO

«Khi» auf Thai, als Adjektiv* verwendet, weist auf eine wenig schmeichelhafte Eigenschaft hin. «Mao» bedeutet «betrunken». Mit «khi-mao» meint man «besoffen», oder «völlig betrunken» sein.

Mit im Spiel
ist auf jeden Fall Alkohol. Im kulinarischen Bereich ist «khi-mao» jedoch eher scherzhaft oder allegorisch gemeint: so wie wir in der Schweiz «bsoffni Öpfel» (geschmorte Äpfel mit Calvados) kennen, werden hier in Thailand verschiedene, mit etwas Alkohol zubereitete Gerichte bezeichnet. Sturzbetrunken wird man davon nicht!

Thai Whisky «Mekhong»
Der Zusatz «khi-mao»
kann aber auch Zubereitungen bezeichnen, in denen kein Alkohol enthalten ist. Gemeint sind in diesem Fall Snacks (etwa wie in Spanien Tapas), die salzig-würzig in einer Bar gereicht werden. Mit Alkohol hat dies gleichwohl zu tun: damit soll der Getränke-Konsum gesteigert werden!

Thai Whisky
muss eigentlich eher als Rum bezeichnet werden, denn der Schnaps wird zu 95 Prozent aus Zuckerrohr und einem Anteil von fünf Prozent Reis hergestellt. Marktführer ist «Mekhong» (35 Vol-%), gefolgt von «Sang Som» (40 Vol-%) und «Hong Thong» (35 Vol-%).

Ob zum Kochen
einer dieser Thai Whiskys oder eine andere Spirituose verwendet wird, ist Geschmackssache. Für nachstehendes Rezept bevorzuge ich Bourbon Whiskey, der diese Zubereitung harmonisch abrundet.


GEFLÜGELSTREIFEN MIT WHISKY und Gemüse


gai phat khi-mao
nachempfundenes Thai-Gericht
1 Portion, bei mehreren Personen mit weiteren Thai-Gerichten servieren

Einkaufsliste zum Ausdrucken

1/2–1 TL rote Curry-Paste (oder Panäng Curry-Paste)
1 TL «Golden Mountain» Seasoning Sauce
     mischen.

150 g Pouletbrust, in Streifen
1 Schalotte, Lamellen
Die Würz-Zutaten
1 Knoblauchzehe, in Stiften
1 St. Zitronengras, in feinen Scheibchen
     beigeben, alles gut mischen.

1 EL Hoisin Sauce
1 EL Tomaten-Ketchup
2 EL Bourbon Whiskey
     separat mischen, beiseite stellen.

Kann bis hierher vorbereitet werden!

1 EL Reisöl
     Fleischmischung bei guter Hitze anbraten.

50 ml Wasser
1/4 Würfel Geflügelbouillon
     ablöschen.

50 g Kefen, schräg in Stücke geschnitten
4 Shiitake Pilze, in Scheiben

     beigeben, unter Wenden so lange dünsten, bis fast alle Flüssigkeit eingekocht ist.
     Vorbereitete Hoisin-Mischung beigeben.

schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Sojasauce (eventuell)

     abschmecken.

Mit Jasminreis und – bei mehreren Personen – mit weiteren Thai-Gerichten servieren.

mittelscharf (die Schärfe hängt von Art und Menge der verwendeten Curry-Paste ab!)

Tipp: Anstelle von Kefen und Pilzen können auch Peperonistreifen, Spargelstücke (mitbraten!), blanchierte Blumenkohl-/Broccoliröschen oder Karotten-Julienne verwendet werden.

* «Khi» als Substantiv gebraucht, bedeutet wörtlich und ganz vulgär «Scheisse». Mit «khi-nüa» ist also (für uns nicht ganz so vulgär) Kuhmist gemeint, mit «khi-yaang» der fest gewordene Saft von Kautschukbäumen, der nun wahrhaftig wie Sch… riecht.




Kommentare:

  1. Das Wort ist mir nicht unbekannt (nicht aus eigener Erfahrung !)
    Einziger Unterschied ist, dass ich es als "mao mao" (Steigerungsform) kenne. Vermutlich eine Farang-Thai-Übersetzung.
    1. P.S. Das Rezept liest sich von den Zutaten her köstlich !
    2. P.S. Ob da ein "Kumquat Martini" wohl dazu passen würde ... ? ;-)

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  2. Eine Wiederholung als Steigerung ist schon richtig: z.B. «dii» = gut, «dii-dii» = sehr gut; «mao» = betrunken, «mao-mao» = sehr betrunken!
    @ 1: Du erwartest hoffentlich nichts anderes hier?! ;o)
    @ 2: a) ja, als Apéro; b) nicht unbedingt mit den Originalmengen von lieberlecker – sonst sofortestens «mao-mao»!!!

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    1. LOL ! Kannst du Gedanken lesen ... ?

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  3. Buonoo:-)) mi piace la cucina cinese!

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    1. Benvenuta e cari saluti alle dolomiti!

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