29. Mai 2014

CARCIOFO

Die Heimat
der Artischocke wird in Äthiopien vermutet. Die Pflanze wurde bereits von den alten Ägyptern und Römern sehr geschätzt. Der Name Artischocke hat sich aus dem arabischen «al-harsùf» über das spanische «alcarchofa», das italienische «carciofo» und das französische «artichaut» entwickelt.

«De re coquinaria»
eines der ältesten Kochbücher der Welt, welches Marcus Gavius Apicius (geb. um 25 n. Chr.) zugeschrieben wird, enthält bereits drei Rezepte mit Artischocken.

Artischocken
besitzen wertvolle Inhaltsstoffe, die sich günstig auf Leber und Galle auswirken und die Verdauung in Schwung bringen. Ob sie auch liebesfördernde Eigenschaften enthalten, wie Isabel Allende in ihrem Buch «Aphrodite: Eine Feier der Sinne» schreibt, muss wohl jeder selbst ausprobieren.

Für einmal
kommen die Artischocken aus der Dose*. Und weil für das Rezept als «tête-à-tête» nur die Hälfte dieser Herzen benötigt wird, verrate ich auch, welche Leckerei aus den restlichen Artischocken entstehen könnte.


PAPPARDELLE E CARCIOFINI

Breite Nudeln mit Artischocken
2 Portionen als Hauptgericht
4 Portionen als Vorspeise


Einkaufsliste zum Ausdrucken

2 EL Pinienkerne
     in einer beschichteten Bratpfanne ohne Fett goldbraun rösten. Beiseite stellen.

50 g Rohschinken, in Tranchen
     in der selben Bratpfanne ebenfalls ohne Fett knusprig braten, beiseite stellen.

1 Ds. Artischockenherzen in Salzwasser (abgetropft 240 g, ca. 6 Stk.)
     die Hälfte der Artischockenherzen (120 g) abtropfen, in 1/2 cm dicke Scheiben schneiden. Restliche Artischocken später für einen Pesto verwenden, siehe nachstehend.

Olivenöl
     Artischockenscheiben bei kleiner Hitze auf beiden Seiten je ca. 6 Minuten braten, bis sie etwas Farbe annehmen.

3–4 Frühlingszwiebelchen, weisse Teile schräg geschnitten
1–2 Knoblauchzehen, in Stiften
1 Chilischote, entkernt, gehackt
1 Tomate oder (100 g Cherry-Tomaten), gewürfelt

     gegen Ende der Bratzeit beigeben, mitbraten.

50 ml Weisswein
1/2 Würfel Gemüsebouillon (oder 1 EL Gemüsebouillon-Konzentrat, siehe hier!)
 

     ablöschen, würzen, etwas einkochen lassen.

2 Portionen sehr breite Pappardelle aus ca. 200 g Pasta-Teig
     unterdessen in Salzwasser garen, abtropfen, beigeben.

Pfeffer aus der Mühle
     würzen, anrichten.
     Frühlingszwiebelgrün klein schneiden, Schinken in Stücke brechen und alles samt Pinien dazugeben.

Parmesan am Stück
     mit dem Trüffelhobel oder Sparschäler Locken abziehen, darüber verteilen.

wenig scharf

Tipp: Mengenangaben als Hauptgericht für 4 Personen: 75 ml Weisswein, alle anderen Zutaten verdoppeln.


ARTISCHOCKEN-TOMATEN-PESTO

aus den restlichen Artischockenherzen
2–4 Portionen

120 g Artischockenherzen, abgetropft
100 g getrocknete Tomaten in Öl eingelegt, abgetropft

     grob hacken, in den Cutter geben.

1 roter Peperoncino (Spitzpaprika), entkernt, gehackt
4 EL Öl der eingelegten Tomaten
1–2 EL Aceto balsamico rosso
100 ml Gemüsebouillon
Salz, Pfeffer aus der Mühle

     dazugeben, alles fein pürieren und abschmecken.

Kann bis hierher vorbereitet werden!

     Zu Spaghetti oder Penne servieren.

wenig scharf (Peperoncino)

Tipp: sämtliche Zutaten können beliebig vervielfacht werden.

* Noch besser schmecken beide Zubereitungen selbstverständlich mit frischen, kleinen Artischocken vom Markt – hier in Thailand leider nicht im Angebot. In Europa haben diese kleinen, höchstens eigrossen «Carciofini» im Mai Saison.
Vorbereiten: Stiele und unterste Blättchen entfernen, beim Waschen Blätter etwas auseinander drücken. Oberes Drittel wegschneiden, Schnittflächen mit Zitronensaft einreiben. In Salzwasser mit einer Zitronenscheibe 20 Minuten kochen. Abtropfen und nicht weich gewordene Blättchen entfernen.




27. Mai 2014

NEU ZUBEREITET #1

BEWÄHRTES REZEPT – LEICHT VARIIERT

Originalrezept vom 18.09.2013:
SPAGHETTI AL NERO DI SEPIA
Schwarze Spaghetti mit Crevetten

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Zwei Hand voll Spargeln
gab mein Kühlschrank her, ein paar Crevetten der Tiefkühler, Basilikum aus dem Garten und die Vorratskammer steuerte Spaghetti «al nero di sepia» bei.

Schwarze Spaghetti
mit Crevetten habe ich bereits letzten September hier publiziert. Wunderbar! Heute also mit Spargeln:


SPAGHETTI AL NERO DI SEPIA diesmal mit grünem Spargel und Crevetten

euro-asiatisches Crossover-Gericht
2 Portionen als Hauptgericht

4 Portionen als Vorspeise


     Sämtliche Zutaten wie im Originalrezept (siehe hier), anstelle von Frühlingszwiebelchen habe ich jedoch
250 g grüne Spargeln
     verwendet.

     Während die Spaghetti kochen, habe ich die Spargeln in etwa 5 cm lange Stücke geschnitten und in der Olivenöl-Butter-Mischung auf gutem Feuer ca. 6 Minuten kräftig gebraten.
     Crevetten und Limettenblätter beigegeben und kurz mitgebraten.
     Mit
1 EL Pastis
     flambiert. Die vorbereitete Olivenmischung (siehe ebenfalls hier) samt den abgetropften Spaghetti dazugegeben, mit schwarzem Pfeffer aus der Mühle gewürzt und die gezupften Basilikumblättchen darüber gestreut.

Kommentar:
Auch mit Spargeln eine leckere Zubereitung und auf jeden Fall ein Hingucker auf dem Teller!



25. Mai 2014

ERINNERUNGEN: NUWARA ELIYA | SRI LANKA

Teeplantage bei Nuwara Eliya, Sri Lanka
Dass ich bei Dawn
der Besitzerin der «Plantation Villa» im Süden Sri Lankas die ceylonesische Küche von Grund auf lernte, davon habe ich bereits einmal berichtet.

Das beste Chicken Curry
aller Zeiten habe ich jedoch im Hochland von Sri Lanka, genauer: in Nurelia gegessen.

Mit Sanath,
einem Bekannten, war ich auf einer Rundreise unterwegs, er brachte mich überall hin, wo Verwandte von ihm wohnten und wir auch übernachteten.

Angekommen
in Nuwara Eliya im ziemlich kühlen Hochland auf etwa 2'000 m, dachte ich: die wohnen ja in einer Garage! So sah die Behausung für mich – als damals noch unerfahrenen Asienreisenden – jedenfalls aus. Heute weiss ich es besser, habe mich daran gewöhnt, dass Häuser in vielen Teilen Asiens so gebaut sind und auch daran, dass mit der Zeit grau und fleckig gewordene Wände nicht zwangsläufig auch dreckig sein müssen.

So ziemlich das Einzige, 
was mich faszinieren konnte, war die Zubereitung des traditionellen «Rice & Curry» mit etwa zehn verschiedenen Gerichten, darunter eben auch ein fantastisch-aromatisches Hühner-Curry.

Eine Tante,
Cousine oder Schwester von Sanath war ausschliesslich damit beschäftigt, die Gewürzpasten herzustellen: frische und getrocknete Gewürze werden auf einer Steinplatte mit einer Rolle aus Stein und etwas Wasser so lange zerrieben, bis daraus einzelne Pasten entstehen, die in den Gerichten mitgekocht werden. Täglich frisch.
Da ich keine solche Gerätschaften besitze, zerreibe ich trockene Gewürze im Mörser, frische reibe ich auf einer Raffel.

Arschkalt
war damals auch die Nacht bei etwa 10 Grad, mir kam es vor, wie unter dem Gefrierpunkt. Warme Decken gab es nicht und so holte ich aus meiner Reisetasche sämtliche Kleider und Sarongs, mit denen ich mich zudeckte.
An mehr als eine Katzenwäsche am nächsten Morgen war nicht zu denken und ich war nicht unglücklich, durch die Teeplantagen wieder in angenehm warme Küstenregionen zu gelangen.
Das Chicken Curry von Nurelia bleibt mir trotzdem seit 30 Jahren in bester Erinnerung!


CHICKEN CURRY

Hühner-Curry
ceylonesische Küche
2–3 Portionen, bei mehreren Personen mit weiteren Rice&Curry-Gerichten servieren

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1/2 Huhn, ca. 500 g
     in kleine Teile zerlegen (lassen).

1 Knoblauchzehe, gepresst
1/2 EL Ingwer, gerieben
1 Tomate, geschält, grob gewürfelt
1/2 Limette, Saft (Limettenpresse!)
1/2 TL Salz
1/2 TL Kurkumapulver
1/2 TL Chilipulver

     beigeben, alles gut mischen und 30 Minuten marinieren lassen.

Gewürzmischung:
1 TL Koriandersamen
1 TL Kreuzkümmelsamen
1/2 TL Anissamen

     in einer beschichteten, kleinen Pfanne ohne Fett leicht rösten, bis die Gewürze zu duften beginnen. Im Mörser fein zerstossen.

2 EL feines Kokosnussöl (oder Reisöl)
1 Schalotte, gehackt
10 frische Curryblätter, falls verfügbar
4–5 Stücke von Pandanusblättern, ca. 
5 cm lang
6–8 Kardamomkapseln, aufgebrochen
6–8 Nelken
5 cm Zimtstange
2 grüne Chilischoten, entkernt, gehackt

     samt der vorbereiteten Gewürzmischung sanft anziehen.
     Geflügelteile abtropfen, beigeben und auf mittlerem Feuer eher mitdünsten als braten.

250 ml Wasser, ungefähr, je nach Pfannengrösse
     Marinadezutaten samt entstandener Flüssigkeit dazugeben und mit so viel Wasser Wasser ablöschen, dass alles knapp bedeckt ist. Offen unter gelegentlichem Rühren auf mittlerem Feuer einkochen lassen, bis nur noch wenig Flüssigkeit vorhanden ist.

Kann bis hierher vorbereitet werden!

50 ml Kokosmilch
     beifügen, nur noch heiss werden lassen.

Mit Trockenreis servieren.

mittelscharf

Tipp: anstelle von Kreuzkümmel, Koriander, Anis und Kurkuma kann auch 1/2–1 EL Curry-Pulver verwendet werden. Das einzigartige Aroma der selbst gemachten Curry-Mischung mit gerösteten Gewürzen bleibt dann allerdings aus.

Rice & Curry
ist das Nationalgericht von Sri Lanka. Es handelt sich dabei allerdings nicht um ein einzelnes Gericht: die Vielfalt der verschiedenen Currys ist fast unermesslich.
Reis gehört immer dazu: vom Langkorn-Basmati bis zum «Samba»-Rundkornreis reicht die Auswahl. Er wird stets in die Mitte eines grossen Tellers gehäuft, die einzelnen Curries werden rundherum platziert.
Pappadums, Sambals, Chutneys und Pickles sind unverzichtbare Begleiter, auch wenn dies in den entsprechenden Rezepten nicht immer erwähnt wird.

Weitere Rice & Curry Gerichte
Malu Miriss (gefüllte Peperoni mit Thunfisch)
Meatball-Curry (Geflügelbällchen in Kokossauce)
Katta Sambal



22. Mai 2014

GLACÉ: ERDBEEREN









Hier will ich
lediglich Rezepte, die entscheidenden Zutaten und deren Mengenverhältnis für die Zubereitung verschiedener Glacé-Sorten aufführen.

Wer wissen will,
wie eine Eiscreme oder ein Sorbet auch zwei Wochen nach ihrer Herstellung aus dem Tiefkühler noch immer cremig, sofort formbar und vor allem: keine Eiskristalle gebildet hat, kann dies unter «Glacé | Eiscreme | Sorbets: Allgemeines» nachlesen.
Dort befinden sich auch Informationen über spezielle Zutaten und Zuckerarten.

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ERDBEER-GLACÉ

Erdbeer-Rahmeis
für ca. 1 L

360 g Erdbeeren
70 g Kristallzucker 
30 g Invertzucker
50 g Dextrose
1/2 Limette, Saft (Limettenpresse!)
1 EL Cointreau
1 TL Kelgum®
180 g Rahm
     fein pürieren.
     Im Kühlschrank 6–12 Stunden durchziehen lassen.

     Nochmals gut mixen. In der Glacé-Maschine einfrieren. In eine 1-L-Box füllen und im Tiefkühler vollständig fest werden lassen.


Textur
Fruchtig-frisch, zartschmelzend, cremig.
Direkt aus dem Tiefkühler (-18 – -24 °C) sofort formbar.

Weitere Glacé-Sorten:
Ananassorbet
Bananen-Glacé
Bratapfel-Glacé
Karamell-Glacé
Kokosnuss-Glacé
Mango-Glacé
Melonen-Sorbet
Pfefferminz-Sorbet
Pflaumen-Kardamom-Glacé
Pistache-Glacé (Pistazieneis)
Schokoladen-Trüffel-Glacé
Trauben-Rum-Glacé



19. Mai 2014

ALLES KLAR

... titelt Tanja Grandits
ihr Buch mit Gerichten, die im Glas gekocht und serviert werden.
Meine Schwester schwärmte letzthin am Telefon über eine Zubereitung darin. Und während sie erzählt, sehe ich das Gericht vor meinem geistigen Auge und spüre auf der Zunge, was Grandits mit ihrer Kombination geschmacklich vermitteln will.

Weil hier in Fernost
verschiedene Zutaten nicht, oder nur schwer erhältlich sind, spinne ich den Faden weiter und sehe nun statt der Zucchini eher Auberginen als Grundzutat, Cashewkerne anstelle von Mandeln.

Gedacht, getan:
im Glas kocht es sich leicht und sieht ausserdem attraktiv aus.
Danke, Elsbeth, für den Tipp – danke, Tanja, für die Inspiration!


TOMATEN & AUBERGINEN im Glas

Was ist hier Beilage? Gemüse oder Lammfilet?!
4 Portionen als Gemüsebeilage
6 Portionen als Vorspeise


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Ofenfeste Gläser:
4 Gläser z.B. von «Bodum», ca. 300 ml
oder
6 Gläser z.B. von «Weck», ca. 150 ml

350 g Auberginen, nicht dicker als ca. 5 cm
Salz

     in ca. 20 runde, 1 cm dicke Scheiben schneiden. Schnittflächen salzen, aufeinander schichten,
30 Minuten ziehen lassen.

4 Tomaten, mittlere Grösse
     in ca. 24 Scheiben à 1 cm schneiden. Schnittflächen salzen, in einer Arbeitsschale auslegen, 30 Minuten ziehen lassen.

Als Vorspeise in kleinen «Weck»-Gläsern
30 g Cashewkerne, gemahlen
1 Knoblauchzehe, sehr fein gehackt
20 g Parmesan, gerieben
100 g Mascarpone
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

     zu einer streichbaren Masse mischen. Durch das Salzen der Auberginen und Tomaten ist kein weiteres Salz nötig.

Olivenöl
     Auberginen abspülen, trocken tupfen, mit Olivenöl bepinseln und beidseitig grillen oder in einer beschichteten Pfanne braten.
     Tomatenscheiben gut abtropfen lassen, zwischen Küchenpapier zusätzlich etwas trocknen.

einige Zweige Basilikum (24 Blättchen)
     In jedes Glas eine Tomatenscheibe geben. Ein Basilikumblatt darauf legen und mit einer Auberginenscheibe bedecken.
     Etwa 1 TL der Masse darauf geben.
     Mit Tomaten, Basilikum, Auberginen und Masse fortfahren, bis alles aufgebraucht ist. Mit dem Anschnitt einer Tomate, Rundung nach oben, abschliessen.

Kann bis hierher vorbereitet werden!

     Im Ofen bei 200 °C ca. 15 Minuten backen.
     Vor dem Servieren kurz stehen lassen: die Tomaten sind sehr heiss!

Dazu passt knuspriges Baguette!

nicht scharf

Tipp: Die Dicke von Auberginen und Tomaten richtet sich nach dem Durchmesser der verwendeten Gläser. Lange, relativ dünne Auberginen gibt es in Asien-Geschäften mit Frisch-Gemüse.
Am besten eignen sich Flaschentomaten (Beretti), welche nicht so viel Saft abgeben.

Weitere Gerichte im Glas:
Crevetten-Flan oder Pilzsüppchen, beide im Teerauch



16. Mai 2014

KNUSPERSTREIFENENTE

Der Knusper-Effekt
von feinen Streifen separat gebratener Entenhaut ist das Spezielle bei diesem Rezept. Bei den weiteren Zutaten zeichnen sich Einflüsse chinesischer Einwanderer in Thailand ab, bei der Würze eher solcher aus Burma/Myanmar.
Wie dem auch sein mag: auf jeden Fall ein köstlicher Genuss!

Mise en place
Eine grosse Rolle
spielt die «mise en place» – das Zurüsten, Schneiden und Bereitstellen sämtlicher Zutaten – bei den meisten asiatischen Zubereitungen. So auch bei diesem Rezept.
Ist alles einmal geschnitten und bereitgelegt, dauert der eigentliche Kochprozess nur noch wenige Minuten.

Kochen im Wok
wird «pfannenbraten» (Fleisch und Fisch) und «pfannenrühren» oder «rührbraten» (Gemüse) genannt. Das Kochgut soll stets in Bewegung bleiben, zum Beispiel durch Rühren mit einer Bratschaufel oder durch Bewegen des Woks. Erst zuletzt werden die Saucenzutaten beigefügt und das Gericht kurz aufgekocht.


ENTE MIT ANANAS UND INGWER

kein authentisches Thai-Gericht
2 Portionen, bei mehreren Personen mit weiteren Thai-Gerichten servieren

Einkaufsliste zum Ausdrucken

Mise en place (siehe Bild):

(1) Sauce:
1 EL Wasser
1 TL Maisstärke

     verrühren.
2 EL Sojasauce
1/2 TL Palmzuckersirup (oder 1/4 TL Zucker)
1 EL Austernsauce
1 TL Reisessig
100 ml Geflügelbouillon (oder -fond)

     dazugeben, mischen.

(2)
15 g Ingwer, Julienne
10 g Galgantwurzel, Julienne
1 Knoblauchzehe, in Stiften
1 rote Chilischote, entkernt, gehackt


(3)
1 Baby-Ananas, ca. 450 g
     vierteln, den Strunk entfernen, schälen, in Scheiben schneiden.
1 kleine rote Peperoni
     in ca. 2 cm breite Streifen und diese in Rauten schneiden.

(4)
50 g Kefen
     schräg in ca. 1 cm breite Stücke schneiden.
2–3 Frühlingszwiebelchen
     samt dem Grün schräg in 1 cm breite Stücke schneiden.

(5)
einige Zweige Thai-Basilikum
     die Blättchen zupfen. Erst unmittelbar vor dem Anrichten in feine Streifen schneiden.

(6)
1 Entenbrust, ca. 250 g
     die Haut vorsichtig ablösen und in dünne Streifen schneiden (siehe Tipp).
     Fleisch längs halbieren und quer ebenfalls in dünne Streifen schneiden.

Kann bis hierher vorbereitet werden!

Fertigstellen:
  • Entenhaut-Streifen in einen kalten, beschichteten Wok (oder Bratpfanne) legen, Hitze auf kleine bis mittlere Stufe stellen. Langsam knusprig braten. Herausheben, warm stellen.
  • Hitze erhöhen, Entenfleisch im entstandenen Fett unter Wenden kurz anbraten, bis es etwas Farbe annimmt. Herausheben, ebenfalls warm stellen.
  • Bei mittlerer Hitze Ingwer&Co. (2) ins verbleibende Fett im Wok geben, kurz anziehen.
  • Ananas und Peperoni (3) beigeben, rührbraten, bis die Peperoni halb gar sind.
  • Kefen und Frühlingszwiebeln (4) dazugeben, kurz mitbraten.
  • Entenfleisch samt der Sauce (1) beigeben, mischen, kurz köcheln lassen, bis die Sauce eindickt.
  • Anrichten, Basilikum-Streifen (5) und knusprige Entenhaut darüber streuen.
Mit Jasminreis und – bei mehreren Personen – mit weiteren Thai-Gerichten servieren.

wenig scharf

Tipp: Am besten lässt sich die Haut von Geflügel abziehen, wenn man sie mit einem feuchten Lappen fasst. Entenhaut nach dem Ablösen kurz anfrieren, so lässt sie sich problemlos in feine Streifen schneiden.



13. Mai 2014

TRUFFLES IN THE TROPICS













Bislang wagte ich
mich nicht an Pralinen. Zumal die Temperaturen hier in den Tropen Schokolade eher zum Schmelzen bringen, als perfekt formbar machen.

Habe ich gedacht.
Und überlegt, ob ich nun die verlockenden Avocado-Schokolade-Trüffel von Sabine in ihrem Beitrag auf «Bonjour Alsace» im klimatisierten Schlafzimmer zubereiten könnte, oder ob ich mich dazu nicht besser doch in den Kühlschrank setze. Denn ausprobieren wollte ich diese eigenwilligen Kugeln auf jeden Fall!

So gross
mein «kühler Schrank» ist, hineinsetzen kann ich mich beim besten Willen nicht. Also die Hände mit Eiswürfeln immer wieder gekühlt und in Etappen gearbeitet.

Und siehe da:
entstanden sind köstliche Pralinen, die ich mit etwas kandiertem Ingwer aromatisiert habe. Eine Art «truffes du jour», denn haltbar sind die wunderbaren Kugeln nur kurz. Einfrieren – da scheiden sich die Geister bei Schokolade. Aber dass man dadurch jeden Tag eine «truffe du jour» geniessen könnte, ist natürlich bestechend.

Mein Tipp:
Die Trüffel direkt aus dem Tiefkühler als Eis-Pralinés naschen!


AVOCADO-SCHOKOLADE-TRÜFFEL


















Die Anleitung dazu findet sich ganz einfach hier:
«Bonjour Alsace»


Gutes Gelingen,



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26. Juli 2014

[NACHTRAG]

Bei Küchentemperaturen von 28–30 °C
in den Tropen ist es, trotz mit Eiswürfeln immer wieder gekühlten Handflächen, ein Unterfangen, schöne Schokolade-Trüffel zu formen.

Hinzu kommt,
dass ich mehr als nur die Hände vollsaue...

Also habe ich
nach einer anderen Methode gesucht, um die köstliche Avocado-Schokoladen-Masse in Form zu bringen.
Eine Möglichkeit bietet sich mit kleinen Pralinenförmchen, eine andere ist, die Masse in Silikonformen einzufrieren.

Ein Dressiersack
ohne Tülle ist dabei ein praktisches Hilfsmittel. Wer keine Einweg-Spritzbeutel hat, nimmt einen Gefrierbeutel. Die Masse wird, dickflüssig-cremig wie sie ist, eingefüllt und von der Spitze des Beutels ein kleines Stück weggeschnitten.



IN PRALINEN-PAPIERFÖRMCHEN

Masse mit dem Dressiersack in kleine Pralinenförmchen aus Papier oder Alu+Papier spritzen.
Mit Schokoladespänen garnieren, kühl stellen.



IN SILIKON-FORMEN

Masse mit dem Dressiersack ohne Lufteinschlüsse in kleine Silikon-förmchen spritzen, nicht überfüllen.
Oberflächen mit nassem Finger glatt tupfen.
Formen-«Matte» mehrere Stunden in den Tiefkühler stellen.
Da die Masse relativ cremig ist, lassen sich die Pralinen nur tiefgekühlt (mindestens -18 °C) sauber aus den Formen lösen.


10. Mai 2014

MAN SOUP

Es gibt hier
tatsächlich und wahrhaftig kleine, neue Kartöffelchen!
«Man» ist die thailändische Bezeichnung für verschiedene Arten von Kartoffeln. «Man soup», also Suppen-Kartoffeln, nennt sie die Besitzerin des Geschäftes, welches vor allem Hotels beliefert.
Zwar habe ich weder in thailändischen noch in anderen Suppen diese kleinen Kartoffeln je gesehen. Aber egal: wichtig für mich ist, dass ich hier überhaupt welche bekomme.

Meistens backe ich diese
halbiert, in etwas Olivenöl gewendet und mit Rosmarin bestreut auf einer dicken Schicht Meersalz im Ofen.
In der Schale gekocht sind sie jedoch auch für einen Kartoffelsalat sehr geeignet:


KARTOFFELSALAT mit spanisch-fernöstlichem Touch

euro-asiatisches Crossover-Gericht
2 Portionen als Beilage

Einkaufsliste zum Ausdrucken

KARAMELL-SHERRY-DRESSING:
1 EL Zucker
     in einem Edelstahlpfännchen karamellisieren. Nicht rühren, bevor der Zucker geschmolzen ist und hellbraun wird.

2 EL Sherry
     Pfanne vom Herd ziehen, mit Sherry ablöschen (Vorsicht: es kann spritzen). Zu sirupartiger Konsistenz reduzieren.

1 EL Sherry-Essig
1 Limette, Saft (gut 1 EL, Limettenpresse!)
1/4 Würfel Geflügel- oder Gemüsebouillon (oder 1 TL Gemüsebouillon-Konzentrat, siehe hier!
1 rote Chilischote, entkernt, gehackt (nach Belieben)
wenig Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

     beigeben, noch heiss mischen.

3 EL Olivenöl
     dazugeben, verquirlen. In einen Gefrierbeutel giessen.

SALATZUTATEN:
1 rote Peperoni (Gemüsepaprika) 
     mit der Ofenmethode schälen (siehe Peperoni schälen), in 1 cm breite Streifen schneiden.

300 g kleine, neue Kartoffeln
     mit der Schale im Dampf garen.
     Noch heiss samt der Schale je nach Grösse halbieren oder vierteln und mit den Peperonistreifen zur Sauce geben.

6 schwarze Oliven, geviertelt
2 Limettenblätter, in haarfeinen Streifen

     beigeben, mischen. Beutel möglichst ohne Luft verschliessen und einige Stunden (oder über Nacht) bei Küchentemperatur marinieren lassen.

Kann bis hierher vorbereitet werden!

100 g kleine Freilandgurken, ungeschält
     in Scheibchen schneiden (grössere Gurken zuvor längs vierteln), mit den marinierten Zutaten mischen.

wenig scharf

Tipp: passt zu kurz gebratenem Fleisch oder Grilladen.
Bei mehreren Personen sämtliche Zutaten beliebig vervielfachen.



4. Mai 2014

SA-DTROUU-BÄÄH-RII...

... sounds very exotic, isn’t it?!

Was in Thailand
phonetisch sehr seltsam klingen mag, sind ganz einfach Strawberrys (e), Erdbeeren (d), fragole (it), fraises (f) oder Epbeeri (CH-d)!









Die süssen Früchtchen
heissen auf Thai tatsächlich «sa-dtrouu-bääh-rii», denn sie sind hier nicht wirklich heimisch und erhalten deshalb ein Lehnwort aus dem Englischen.

Hier stammen sie
aber weder von Chile noch von Mexico, nein: sie gedeihen – trotzdem hier eher nicht heimisch – in kühleren Gefilden von Südostasien, beispielsweise in Nordthailand.

Von Chiang Mai
stammen also meine Beeren, eure hoffentlich ebenfalls aus der Nachbarschaft und nicht aus Mittel- und Südamerika!

Erinnerungen an Erdbeeren?
Damals natürlich mit Werbung!

Nun, manchmal überfallen mich Gelüste. Erinnerungen an Zeiten in der Schweiz. Erdbeeren direkt vom Beet in den Mund, was im eigenen Garten natürlich strengstens verboten war. Oder Erdbeer-Glacé, von SwissIce, wo man, beim Bäcker gekauft, zum Glacé auch noch so ein Karton-Werbe-Sonnen-Dächli (Schirmmütze?) bekam.

Oder später
aus dem südlichen Kanton Tessin beispielsweise.
Als Erdbeer-Risotto. Nein, nicht süss. Nein, keine modernistische Spinnerei – vielmehr ein zart-rosafarbener Traum:


RISOTTO ALLE FRAGOLE

Erdbeer-Risotto
Kulinarische Spielerei
4 Portionen als Vorspeise

Einkaufsliste zum Ausdrucken

1 EL Butter
1 Schalotte, gehackt
1 Rispe grüner Pfeffer, abgelöste Körner
     anziehen.

150 g Erdbeeren, geviertelt
wenig Salz, Pfeffer aus der Mühle
     beigeben (4 kleine, ganze Früchte zum Garnieren beiseite stellen), leicht würzen und kurz mitdünsten.

25 ml Sherry
     ablöschen, etwas durchziehen lassen.

125 g Carnaroli-Reis
     beigeben.

300 ml Gemüse- oder Fleisch-Bouillon, heiss*
     nach und nach dazugiessen und unter fleissigem Rühren zu einem flüssigen Risotto köcheln.
     * Wegen dem Wassergehalt der Erdbeeren braucht es hier weniger Flüssigkeit, als für einen «normalen» Risotto, dazu siehe auch hier!

1 EL Rahm
15 g Parmesan, gerieben
1 EL Basilikumblättchen, in feinen Streifen
     daruntermischen und zugedeckt noch etwas ziehen lassen.

Salz, Pfeffer aus der Mühle
     abschmecken, auf heissen Tellern anrichten und mit den zurückbehaltenen Erdbeeren und kleinen Basilikum-Blättchen garnieren.


wenig scharf (hängt von der Menge grüner Pfefferkörner ab)

Was ich sonst noch so aus Erdbeeren mache?
Erdbeer-Glacé
Erdbeer-Konfitüre (braucht kein Rezept, das kann ja jeder!)