25. Mai 2014

ERINNERUNGEN: NUWARA ELIYA | SRI LANKA

Teeplantage bei Nuwara Eliya, Sri Lanka
Dass ich bei Dawn
der Besitzerin der «Plantation Villa» im Süden Sri Lankas die ceylonesische Küche von Grund auf lernte, davon habe ich bereits einmal berichtet.

Das beste Chicken Curry
aller Zeiten habe ich jedoch im Hochland von Sri Lanka, genauer: in Nurelia gegessen.

Mit Sanath,
einem Bekannten, war ich auf einer Rundreise unterwegs, er brachte mich überall hin, wo Verwandte von ihm wohnten und wir auch übernachteten.

Angekommen
in Nuwara Eliya im ziemlich kühlen Hochland auf etwa 2'000 m, dachte ich: die wohnen ja in einer Garage! So sah die Behausung für mich – als damals noch unerfahrenen Asienreisenden – jedenfalls aus. Heute weiss ich es besser, habe mich daran gewöhnt, dass Häuser in vielen Teilen Asiens so gebaut sind und auch daran, dass mit der Zeit grau und fleckig gewordene Wände nicht zwangsläufig auch dreckig sein müssen.

So ziemlich das Einzige, 
was mich faszinieren konnte, war die Zubereitung des traditionellen «Rice & Curry» mit etwa zehn verschiedenen Gerichten, darunter eben auch ein fantastisch-aromatisches Hühner-Curry.

Eine Tante,
Cousine oder Schwester von Sanath war ausschliesslich damit beschäftigt, die Gewürzpasten herzustellen: frische und getrocknete Gewürze werden auf einer Steinplatte mit einer Rolle aus Stein und etwas Wasser so lange zerrieben, bis daraus einzelne Pasten entstehen, die in den Gerichten mitgekocht werden. Täglich frisch.
Da ich keine solche Gerätschaften besitze, zerreibe ich trockene Gewürze im Mörser, frische reibe ich auf einer Raffel.

Arschkalt
war damals auch die Nacht bei etwa 10 Grad, mir kam es vor, wie unter dem Gefrierpunkt. Warme Decken gab es nicht und so holte ich aus meiner Reisetasche sämtliche Kleider und Sarongs, mit denen ich mich zudeckte.
An mehr als eine Katzenwäsche am nächsten Morgen war nicht zu denken und ich war nicht unglücklich, durch die Teeplantagen wieder in angenehm warme Küstenregionen zu gelangen.
Das Chicken Curry von Nurelia bleibt mir trotzdem seit 30 Jahren in bester Erinnerung!


CHICKEN CURRY

Hühner-Curry
ceylonesische Küche
2–3 Portionen, bei mehreren Personen mit weiteren Rice&Curry-Gerichten servieren

Einkaufsliste zum Ausdrucken

1/2 Huhn, ca. 500 g
     in kleine Teile zerlegen (lassen).

1 Knoblauchzehe, gepresst
1/2 EL Ingwer, gerieben
1 Tomate, geschält, grob gewürfelt
1/2 Limette, Saft (Limettenpresse!)
1/2 TL Salz
1/2 TL Kurkumapulver
1/2 TL Chilipulver

     beigeben, alles gut mischen und 30 Minuten marinieren lassen.

Gewürzmischung:
1 TL Koriandersamen
1 TL Kreuzkümmelsamen
1/2 TL Anissamen

     in einer beschichteten, kleinen Pfanne ohne Fett leicht rösten, bis die Gewürze zu duften beginnen. Im Mörser fein zerstossen.

2 EL feines Kokosnussöl (oder Reisöl)
1 Schalotte, gehackt
10 frische Curryblätter, falls verfügbar
4–5 Stücke von Pandanusblättern, ca. 
5 cm lang
6–8 Kardamomkapseln, aufgebrochen
6–8 Nelken
5 cm Zimtstange
2 grüne Chilischoten, entkernt, gehackt

     samt der vorbereiteten Gewürzmischung sanft anziehen.
     Geflügelteile abtropfen, beigeben und auf mittlerem Feuer eher mitdünsten als braten.

250 ml Wasser, ungefähr, je nach Pfannengrösse
     Marinadezutaten samt entstandener Flüssigkeit dazugeben und mit so viel Wasser Wasser ablöschen, dass alles knapp bedeckt ist. Offen unter gelegentlichem Rühren auf mittlerem Feuer einkochen lassen, bis nur noch wenig Flüssigkeit vorhanden ist.

Kann bis hierher vorbereitet werden!

50 ml Kokosmilch
     beifügen, nur noch heiss werden lassen.

Mit Trockenreis servieren.

mittelscharf

Tipp: anstelle von Kreuzkümmel, Koriander, Anis und Kurkuma kann auch 1/2–1 EL Curry-Pulver verwendet werden. Das einzigartige Aroma der selbst gemachten Curry-Mischung mit gerösteten Gewürzen bleibt dann allerdings aus.

Rice & Curry
ist das Nationalgericht von Sri Lanka. Es handelt sich dabei allerdings nicht um ein einzelnes Gericht: die Vielfalt der verschiedenen Currys ist fast unermesslich.
Reis gehört immer dazu: vom Langkorn-Basmati bis zum «Samba»-Rundkornreis reicht die Auswahl. Er wird stets in die Mitte eines grossen Tellers gehäuft, die einzelnen Curries werden rundherum platziert.
Pappadums, Sambals, Chutneys und Pickles sind unverzichtbare Begleiter, auch wenn dies in den entsprechenden Rezepten nicht immer erwähnt wird.

Weitere Rice & Curry Gerichte
Malu Miriss (gefüllte Peperoni mit Thunfisch)
Meatball-Curry (Geflügelbällchen in Kokossauce)
Katta Sambal



1 Kommentar:

  1. Ein feines Curry ist etwas Geniales, ich habe da auch wohlwollende Erinnerungen an Sri Lanka!
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

    AntwortenLöschen