17. Juni 2014

AUBERGINEN ...

ma-khüüa-prau
... gibt es in Thailand in einer grossen Vielfalt: lang und relativ dünn wie eine Salatgurke in schwarz-violett und hellgrün «ma-khüüa-yao»; klein und dünn wie etwa ein dicker Finger und ebenfalls violett; dann die lediglich erbsengrossen grünen «ma-khüüa-phuang» und schliesslich eigross «ma-khüüa-prau» in weiss, weiss-violett oder weiss-grün gestreift.
Letztere werden in Spalten geschnitten einem grünen Curry (gäng khieo wan) beigefügt, meistens jedoch roh mit verschiedenen Chilisaucen (nam phrik in Varianten) gegessen.

Absolut unwiderstehlich
sind die kleinen, runden, weiss-grün gestreiften jedoch als Salat, zusammen mit Pfefferminzblättchen an einem klassischen Thai-Dressing! Wer sie in Europa in einem Asien-Geschäft entdeckt, sollte diese Zubereitung unbedingt versuchen.

Nori
Die getrockneten, papierdünnen Blätter aus Purpurtang stammen zwar aus Japan, sind jedoch auch in weiteren asiatischen Küchen präsent. In Thailand werden diese Algenblätter meistens als Knabber-Snack verzehrt und sind sogar in 1-Blatt-Packungen zu 5 Baht (CHF –.15!) im Angebot!
Mit Sesasamen bestreut und geröstet ergibt sich eine knusprige Beilage zu einem Salat.


AUBERGINENSALAT mit Sesam-Nori

yam ma-khüüa-prau
authentisches Thai-Gericht
1 Portion als kleine Mahlzeit / kleiner Imbiss
2 Portionen als Vorspeise


Einkaufsliste zum Ausdrucken

180-200 g Thai-Auberginen, weiss-grün, eigross (4–5 Stk.) 
     Stiele entfernen, in 3 mm dicke Scheiben schneiden, in Eiswasser mit etwas Salz kurz ziehen lassen.

1/2 TL fermentierte Crevettenpaste (ka-pi)
     in ein Stück Alufolie einschlagen, flach drücken und in einer Bratpfanne erhitzen, bis die Paste zu duften beginnt. Wenden, Pfanne vom Feuer nehmen.

1–2 rote Chilischoten, entkernt, gehackt
2 Knoblauchzehen, grob gehackt 

     im Mörser zu einer Paste zerstossen.
     Crevettenpaste beigeben, mischen.

1 EL Sojasauce
1 EL Palmzuckersirup (oder 2 TL Zucker)
1 EL Limettensaft (Limettenpresse!)

     dazugeben, mischen.

1 St. Zitronengras 
     weisse Teile schräg in feine Scheibchen schneiden, beigeben, mischen.

Kann bis hierher vorbereitet werden! 

2 kl. Thai-Schalotten
     in feinen Ringen zur Sauce hobeln.

3 EL Pfefferminzblätter (4–5 Zweiglein)
6 Cherry-Tomaten, geviertelt 

     mit den abgetropften Auberginen beigeben.

2 kl. Noriblätter, 8x10 cm, oder 1/2 grosses Blatt
1 TL Sesamöl
2 TL Sesamsamen 

     Nori mit dem Öl bestreichen, mit Sesam bestreuen. Unter dem Backofengrill ca. 1,5 Minuten rösten, bis die Samen etwas Farbe annehmen.

     Salat mischen. Beim Anrichten Sesam-Nori in kleine Stücke zupfen und zwischen die Auberginenscheiben legen.
     Sofort servieren.

mittelscharf (Chilischoten!)

Tipp: Noriblätter nicht im Voraus rösten, sie bleiben nicht knusprig.
Der Salat kann auch mit kleinen, knackigen Zucchini anstelle von Auberginen zubereitet werden.


Kommentare:

  1. Fel!x' fantastischer Salat! Unglaublich, wird nachgemacht, 100%ig, klingt so gut. Ein bisschen Aufwand ist damit verbunden wegen der Noriblätter. Super, der Tip für die Shrimp Paste, nie gehört, muss ich auch versuchen.
    Ich verwende im Blog die Schreibweise wie deutsch gesprochen, so gut es eben geht, also Maköa Yao, Maköa Pro, Maköa Puang.
    Witer e gueti Rägezyt, Erich

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    1. Fermentierte Crevetten-Paste (wie auch Chili-Pasten) werden, kurz erhitzt, viel aromatischer, aber dadurch auch bekömmlicher. Sie sollten eigentlich nie roh verzehrt werden.

      Bei der Schreibweise folge ich dem «Royal Thai General System», welches aber eher auf eine Englisch-basierte Aussprache zutrifft. «Ma-khüüa» wird dort als «makheuua» geschrieben. Lieber verwende ich unsere gebräuchlichen Umlaute, die manchmal halt auch nicht ganz zutreffen. Bei «ma-khüüa» ist der zweite Vokal etwas zwischen Ö und Ü, da habe ich mich für das Ü entschieden, weil in Thai-Schrift das «kh» mit dem entsprechenden Vokalzeichen zum «khüü» wird.
      Im Gegensatz zu dir habe ich niemand, um mich bei der Aussprache zu korrigieren!
      Eigentlich erwähne ich ab und zu eine Zutat auf Thai nur, um meiner Leserschaft zu zeigen, wie schwierig und meistens auch verzwickt die thailändische Sprache ist.

      Der Salat ist jedenfalls auch ohne Thai-Kenntnisse wunderbar!

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    2. Ein Tip von Miao: Statt Alufolie die Gapi im Bananenblatt erhitzen, sie sagt besser auf dem Grill als in der Pfanne. Aber wer macht den Grill an wegen ein bisschen Gapi? Auf dem Dorf, wo sie mit Holzkohle kochen, geht das einfach, Drahtnetzchen drauf, Grill fertig.

      Sie sagt, in vielen Somtam-Ständen würde die Gapi unerhitzt zum Salat gegeben, und im Gegensatz dazu gäbe es auch Leute, die bei einem Gaeng die Gapi vorher rösteten.

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  2. So ein feines Salätchen tröstet bestimmt über die Regenzeit hinweg ;-), wie lange dauert die eigentlich?
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

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    1. ... darum esse ich diesen «Tröster-Salat» wohl so oft und gerne?!!
      Die Regenzeit dauert hier im Süden etwa von Juni bis Oktober. Es ist jedoch nicht so, dass es nun andauernd regnet. Bei einem «normalen» Monsun kommen ein paar schwarze Wolken, es regnet urplötzlich kurz aber heftig (etwa so, wie unter der Dusche), dann scheint wieder die Sonne. Dies kann (muss aber nicht) mehrmals am Tag vorkommen.
      Wie überall auf der Welt hat sich auch hier das «normale», bisher übliche Klima etwas verändert und es kann auch mal einen ganzen Tag regnen. Kühl wird es jedoch nie, die Temperatur bewegt sich stets so um 28 °C.
      Die Natur dankt es mit noch leuchtenderem Grün, als sonst!
      In den nördlichen Gebieten Thailands herrscht ein anderes Klima, die Regenzeit dauert dort nur etwa drei Monate. Es gibt daneben jedoch sehr heisse (um 40 °C), aber auch sehr kühle (nachts unter 15 °C) Monate.
      Da muss man halt abwägen, was einem lieber ist. Pullover & Co. sind jedenfalls meine Sache nicht (mehr)!!!

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  3. Ich bin ein grosser Fan von Auberginen und kenne sie bisher nur auf mediterrane Art zubereitet. Doch dieser Salat würde mir sicherlich schmecken.

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    1. Mit Sicherheit und absoluter Garantie, liebe Sabine!

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  4. Heute Abend nachgemacht, die Sauce kam super gut an bei Miao, aber sie sagte, sie hätte die Maköa-Scheiben lieber dünner, dann wäre es perfekt für sie. Sie ass aber trotzdem ihren Teller nicht leer, weil sie rohe Maköa Pro auf dem Magen nicht verträgt. Dafür tunkte sie das mit Grapao, Knobli und Prik gefüllte Schweinsfilet aus dem Ofen in der Sauce :-)
    Die Gapi röstete ich in Alu, nicht Banane.

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    1. Die Scheiben habe ich ziemlich genau 3 mm dick gehobelt, weil mir das mein Hobel (bzw. der entsprechende Einsatz) so sagt und ich das als perfekt erachte. Sind die Scheiben dünner, bleiben sie leider nicht mehr knackig, was ich an diesem Salat eben gerade gerne mag.
      Ka-pi im Bananenblatt geröstet: mag vielleicht authentischer sein, aber wer hat (ausser uns) schon ein Bananenblatt zur Hand und lediglich dafür einen Grill?!
      Ob Ka-pi geröstet oder nicht, muss jeder selber entscheiden. Die Gründe, ob geröstet oder nicht, habe ich bereits oben erwähnt = viel aromatischer, liegt also auf der Hand, oder?
      Ob das andere so machen oder nicht, ist mir eigentlich völlig egal, bei mir zählt das Aroma und der Genuss.

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