29. Juli 2014

FAST JAPANISCH

Heute wollte ich
eigentlich wieder einmal Sushi zubereiten. Ein Freund, Florian W., hat mir dies vor vielen Jahren perfekt beigebracht.

Den Sushi-Reis
habe ich schon am Morgen gekocht, mit der Reisessig-Mischung beträufelt, gemischt und gefächelt – so wie sich das eben gehört.

Auf dem Markt
fand ich später dann aber nicht alle Zutaten, die ich für die Sushi-Rollen eigentlich gerne gehabt hätte.
Also keine Sushi. Aber «Onigiri» könnte ich ja machen! Das sind Reisbällchen mit «Furikake», das heisst: mit verschiedenen Zubereitungen, die über den Reis gestreut, oder mit denen Onigiri gefüllt werden können.

Onigiri
werden in Japan als Zwischenmahlzeit gegessen und sind beliebter, als etwa Sushi.

Meine drei Furikake
erheben keinen Anspruch, echt japanisch zu sein. Auch die Onigiri sehen nicht dreieckig wie in Japan aus, ebenfalls habe ich darauf verzichtet, sie mit Nori-Streifen zu umhüllen.
Aber geschmeckt haben sie trotzdem!


GEFÜLLTER SUSHI-REIS

Spielerei mit asiatischen Zutaten
für 12 Stück
4 Portionen als leichte Mahlzeit
12 Portionen als Vorspeise

Einkaufsliste zum Ausdrucken

Reis:
Sushi-Reis, gekocht aus 300 g japanischem Mittelkornreis, Zubereitung siehe hier!

Erdnuss-Füllung:
50 g Erdnüsse
1/2 EL Reisöl

     Erdnüsse nicht zu grob hacken, im Öl auf mittlerem Feuer hellbraun rösten.

1 TL schwarze (braune) Senfkörner
1 TL Schwarzkümmel (Nigella), oder Kreuzkümmel

     beigeben, mitrösten bis die Senfkörner aufzuspringen beginnen.

1/2 TL Kurkumapulver
1/4 TL Chiliflocken
1/2 TL Korianderkörner, frisch gemahlen
1 TL Rohzucker

     dazugeben, kurz mitrösten.

2 TL Sojasauce
     beifügen, unter Wenden der Masse völlig reduzieren.
     Auskühlen lassen.

Karotten-Sesam-Füllung:
2 EL Sesamsamen
     in einem beschichteten Wok (oder Bratpfanne) ohne Fett rösten. Beiseite stellen.

150 g Karotten
     auf der Bircherraffel reiben. Im selben Wok erhitzen und unter gelegentlichem Wenden trocknen. Sie dürfen keinesfalls Farbe annehmen.

1 EL möglichst helle Fischsauce (Farbe!), oder Sojasauce
1/2 EL Limettensaft (Limettenpresse!)

     beigeben, völlig reduzieren.

1/2 TL Sesamöl
1 TL Rohzucker

     samt den Sesamsamen dazugeben, wenden bis der Zucker schmilzt.

Salz, Pfeffer aus der Mühle
     abschmecken, beiseite stellen.

Thunfisch-Füllung:
1 Ds. Thon in Salzlake (abgetropft 75 g)
     abtropfen lassen, zerpflücken.

1 EL Ingwer, Brunoise
2 Frühlingszwiebelchen, gehackt
50 g Cherrytomaten, klein gewürfelt
25 g Kokosraspel, getrocknet
1 EL Teriyaki-Marinade (oder Sojasauce)
     alles gut mit dem Thunfisch mischen. Beiseite stellen.

Essigwasser:
2 EL Reisessig
2 EL Wasser
     mischen. Dient zum Benetzen von Hilfsmitteln und Fingern, damit der Reis nicht daran klebt!

Füllen:
     Einen Metallring von 5 cm ø mit Essigwasser benetzen, auf ein Kunststoff-Küchenbrett (oder direkt auf eine Servierplatte oder auf einen Teller) stellen.
     Etwa 2 EL (20 g) Sushi-Reis mit nassen Fingern hineingeben, gut andrücken: am besten mit einem passenden Stempel, siehe Bild.
     1 EL einer Füllung darauf geben, ebenfalls andrücken.
     Mit 2 EL Sushi-Reis bedecken und wiederum andrücken.
     Metallring entfernen, Türmchen mit etwas Füllung bestreuen.

Die Reismenge ergibt 12 Türmchen, je 4 pro Füllung.

wenig scharf

Tipp: wer mag, reicht dazu je ein Schälchen mit etwas Sojasauce und einem Klecks Wasabi-Paste.
Onigiri werden eigentlich wie Sandwiches von Hand gegessen, in Türmchenform jedoch eher mit Löffel und Gabel!

Bezugsquelle: diese Metallringe können hier unter der Bezeichnung «Dessertringe»* bestellt werden!
* Affiliate-Link zu Amazon.
Wenn darüber bestellt wird, kostet der Artikel nicht mehr, ich erhalte jedoch einen kleinen «Vermittler-Bonus», mit dem ich für mein Blog wieder neue Küchenhelfer erwerben und ausprobieren kann.




Kommentare:

  1. Sushi-Reis fächeln! Hohe Schule. Und dann der Stampfer für die Stahlringe, super. Hast Du Stampfer und Ringe in Thailand machen lassen?
    Ich bewundere Deine Arbeit zur Herstellung der Füllungen.
    Frage zum Reisöl: Ich las bei Deinem Link, Ersatz für Reisöl sei zB Olivenöl, Sonnenblumenöl. Diese sind beide nicht sehr hoch erhitzbar. Nimmst Du Reisöl auch zum Frittieren oder heiss anbraten?

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    1. Die hier verwendeten Metallringe von 5 cm ø samt Stempel habe ich aus der Schweiz mitgebracht. Grössere Ringe von 8, 10 und 12 cm habe ich hier in Thailand im Confiserie-Bedarf für fast kein Geld gefunden.
      Als Stempel kann man allerdings auch eine passende kleine Flasche verwenden (jene der Worcestershire-Sauce passt perfekt für 5 cm!).
      Mit diesen Ringen kann man verschiedene Zubereitungen sehr attraktiv aber ganz einfach anrichten.

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    2. Zum Reisöl:
      Dieses wertvolle Öl ist hocherhitzbar, kann aber auch für die kalte Küche verwendet werden.
      Bei anderen Ölen wie Oliven- oder Sonnenblumenöl kommt es auf die Aufbereitung an. Von beiden gibt es ebenfalls Produkte, die einen hohen Rauchpunkt aufweisen. In der Regel ist diese Information auf der Packung angegeben.
      Wenn ein Öl mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthält (z.B. extra vergine), sollte es nicht sehr hoch erhitzt werden. Sind vor allem einfach ungesättigte Fettsäuren enthalten, weist das Öl einen hohen Rauchpunkt auf, das heisst: es kann hoch erhitzt werden.

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  2. Langsam glaube ich, ein Kochseminar besuchen zu müssen. Bin jedes Mal verführt von den Köstlichkeiten, werde Dir berichten ob ich Fortschritte gemacht habe. Grüße aus Staufenberg

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    1. Ja, liebe Frau von Staufenberg, die Seminare finden alle hier im Internet statt! ;o)
      Danke für dein Kompliment,
      FEL!X

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  3. Dein herrlicher Karottensalat war schon eine echte Herausforderung für mich; denke, dass ich in der Weihnachtszeit einen asiatischen Kochkurs besuchen werde, um auch die Zutaten besser kennenzulernen. Learning by doing

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    1. Das ist ein guter Vorsatz, liebe Brigitte!
      Beim herrlichen Karottensalat bist du übrigens meiner gesamten Leserschaft um eine gute Nasenlänge voraus: dieser Salat aus in Orangensaft gekochten Karotten, dessen Zubereitung ich dir geschickt habe, werde ich demnächst publizieren!

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  4. Genau das Richtige für einen kleinen Appetit zwischendurch ... also immer ;-)
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

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    1. Deshalb sind Onigiri in Japan so beliebt und werden, ähnlich wie für uns Sandwiches, zu jeder Tageszeit gegessen! Dort allerdings in dreieckiger Form und mit einem Nori-Streifen versehen, damit man sie in die Hand nehmen und abbeissen kann.

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