10. Juli 2014

MNEMOTECHNIK. AHA!

KURIOSES | ERSTAUNLICHES | WISSENSWERTES | ERLEBTES | BANALES | BEMERKENSWERTES | VÖLLIG UNNÜTZES | AHA!

Oder: was mir hier in Thailand so begegnet

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .


Manchmal fallen mir Dinge ein ... 
... oder eben auch nicht!

Wo ist bloss meine Brille?
Die Schlüssel sind auch unauffindbar!
Wo habe ich den Stift wieder hingelegt?
Mal ganz ehrlich:
wer hat damals in der Schule niemals einen Spickzettel benutzt?
Wer erinnert sich auch ohne elektronische Agenda an alle Geburtstage seiner Freunde?
Und wer weiss auch ohne Einkaufszettel ganz genau, welche Vorräte es aufzufüllen gilt?
Eben!

Ich bin sicher:
ein schlechtes oder nachlassendes Gedächtnis muss nicht mit zunehmendem Alter zusammenhängen. Natürlich lassen die Merkfähigkeiten mit der Zeit nach, doch auch junge Leute kämpfen mit Erinnerungsproblemen im Alltag.
[Dies zu meiner ganz persönlichen Rechtfertigung!]

Wer keine Probleme
damit hat, war wohl in seinem früheren Leben mal ein Elefant.
Ich war’s offenbar nicht.

Muss ich mich jetzt
zu den älteren Menschen mit Schwund der kognitiven Fähigkeiten zählen?
Nein!

Trotzdem bediene ich mich
natürlich diverser Hilfen und Gedankenstützen (Mnemotechnik):

–> Der Einkaufszettel
Aus Gründen zeitweiliger Nicht-Verfügbarkeit ganz alltäglicher Dinge hier in Thailand, muss ich mich damit bevorraten.
Wenn ich aber die letzte, angebrochene Packung Hartweizendunst nicht auf eine Einkaufsliste setze, ist es plötzlich aus mit frischer Pasta. Mache ich mir keine Notiz beim Öffnen des letzten Döschens mit getrocknetem Estragon, greift meine Hand nach Aufbrauchen desselben eben ins Leere und ich muss womöglich wochenlang auf erneute Verfügbarkeit warten.

–> Der Timer
Dieser nützliche Helfer erinnert mich nach zweieinhalb Minuten, dass es jetzt Zeit ist, den Teefilter aus der Kanne zu nehmen. Das hat nichts mit Vergesslichkeit, sondern mit Timing zu tun.
Hilfreich ist diese Eieruhr jedoch auch, dass sie mich daran erinnert
– den Wassersprenger im Garten nach einem halben Stündchen zu versetzen
– den angesetzten Joghurt nach sechs Stunden in den Kühlschrank zu stellen, damit er nicht zu Quark wird
– dass die Waschmaschine ihre Arbeit erledigt hat und ich die Wäsche aufhängen soll: die Maschine befindet sich im Pavillon gut 30 Meter vom Haus entfernt [auch dies zu meiner ganz persönlichen Rechtfertigung!]

–> Das Durchgehen des Alphabets
vor dem geistigen Auge, ist (manchmal) eine Hilfe bei Begriffen oder Namen, die mir partout nicht in den Sinn kommen wollen.
So kürzlich auch, als ich mich an die Marke der ersten Luftbefeuchter in den 70-er Jahren erinnern wollte [warum, weiss der Kuckuck!]. Mit der Methode des Alphabets blieb ich zwar prompt bei D stehen, glaubte auch, dass ein Doppel-S im Namen enthalten sei. Aber das war’s dann auch.

–> Eselbrücken 
können ebenfalls sehr hilfreich sein, wenn es gilt, sich einen Namen, einen Begriff oder auch Zahlen zu merken.

Beispielsweise für die römischen Zahlen:
L=50, C=100, D=500, M=1000.
Eselsbrücke: Lass Caesar das machen.

Oder für die Reihenfolge der Tierkreiszeichen:
Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann, Fische.
Eselsbrücke: Wieder stieren zwei krebsende Löwen-Junge: waagen sich die Skorpione die schützenden Steine aus dem Wasser zu fischen?
Dass der Tierkreis am 21. März (Frühlingsanfang) beginnt, dafür braucht es keine Eselsbrücke, oder doch?!

–> Die «to do»-Liste
ist fester Bestandteil in meinem Alltag. Erledigtes wird durchgestrichen und verhilft zusätzlich zu einem Erfolgserlebnis!

–> An einem logischen Ort versorgen
Nur: welchen Ort erachtete ich damals als den einzig logischen?!

Nicht für alle Dinge
gibt es eine Gedankenstütze: der vergessene Löffel auf dem Frühstückstisch für die Konfitüre [dann laufe ich eben zweimal!], oder das liegengebliebene Kräuterzweiglein, vorgesehen als Garnitur auf einem Gericht [bloss dumm, wenn ich es bereits für das Blog fotografiert habe!].

Ach ja:
In einem Moment, wo ich scheinbar an gar nichts dachte, hatte ich unvermittelt einen Namen auf der Zunge: DEVILBISS.
Was dieser bedeutet? Na, die Marke der Luftbefeuchter natürlich!!!

Herzlichst,



Hier noch eine Ausrede, für alle, die es ganz genau wissen möchten:
Gene sind Schuld an Vergesslichkeit!


Kommentare:

  1. Interessant und amüsant!

    Früher, wo Schweizer Buben neben dem Sackmesser auch ein Nastuch im Hosensack hatten, hätte man einen Knopf ins Taschentuch gemacht und später nicht mehr gewusst, wieso. Ich habe beim Räumen des Hauses in der Schweiz zu viel weggeschmissen, leider, aber ein paar Taschentücher in Originalverpackung, die ich zur Konfirmation erhalten hatte, haben den Weg nach Thailand mitgemacht. Nur habe ich nie eins im Sack.

    Was für einen Ratschlag haben wir für die Männer mit Alzheimer light in Thailand, die eine halbe Stunde weg von zuhause bereits vergessen haben, dass sie verheiratet sind?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Du meinst wohl diese Touristen, deren Bezeichnung mit S beginnt, mit einem x endet und mit einem e dazwischen?
      Denen rate ich, ihre Situation mal aus der Höhe (beinahe hätte ich Vogel-Perspektive geschrieben!) zu betrachten, um zu überschauen, wie grotesk, armselig, verletzend und rücksichtslos sie handeln.
      Wer sich jetzt auf den Schwanz getreten fühlt, sollte sich mal überlegen, wie er denselben... – aber nein, ich werde ausfallend!

      Löschen