7. Juli 2014

PANZANELLA

Beim Backen
eines Weizen-Sauerteig-Brotes habe ich den Teig für mehr als ein paar Stunden stehen lassen. Wegen der langen Gär-Etappen habe ich ihn ganz einfach vergessen. Bis das Brot endlich in den Ofen kam, hatte es den grössten Teil seiner Treibkraft eingebüsst und ist nicht wesentlich aufgegangen. Ein Fladenbrot eben. Je nun ...

Wie eine Ciabatta
hat es ausgesehen und erinnerte mich dadurch an das Brot, das ich jeweils für eine Panzanella verwende.

Panzanella
oder auch Panmolle, ist ein toskanischer Brotsalat, angereichert mit Tomaten und Basilikum, manchmal auch zusätzlich mit Peperoni, Stangensellerie, gekochten Karotten, Thunfisch aus der Dose, Mozzarella, gekochtem Ei, Petersilie oder Pfefferminze.

«Fatousch»,
ein ähnlicher Salat, wird im Libanon zubereitet und zwar aus in Öl gebratenem, dünnem Fladenbrot, Tomaten, Gurken und Petersilie. Dieses Gericht zählt zu den traditionellen Vorspeisen der arabischen Küche und kommt ebenfalls in Variationen vor.


Hier eine italienische Panzanella aus der Toscana:

PANZANELLA

Toskanischer Brotsalat
1–2 Portionen als Hauptgericht
4 Portionen als Vorspeise


Einkaufsliste zum Ausdrucken

100 g Ciabatta oder anderes Weissbrot, vom Vortag
     Backofen mit zugeschaltetem Grill auf 200 °C vorheizen. Brot in 2 cm grosse Würfel schneiden. Auf einem Backblech im oberen Bereich des Ofens ca. 5 Minuten hellbraun rösten. In einer Arbeitsschale beiseite stellen.

1/2 rote Peperoni (Gemüsepaprika)
1/2 gelbe Peperoni

     ebenfalls im Ofen rösten, schälen (siehe Peperoni schälen).
     Quer in 1/2 cm breite Streifen schneiden.

100 ml Wasser
60 ml Rotweinessig
1 Lorbeerblatt

     aufkochen, zugedeckt kurz stehen lassen. Noch heiss über die Brotwürfel giessen, 30 Minuten zugedeckt ziehen lassen.

200 g Tomaten
     schälen und entkernen, siehe hier. Grob würfeln.

1/2 Freilandgurke (150 g)
     schälen, längs halbieren, entkernen, in 3 mm dicke Scheiben schneiden.

6 schwarze Oliven, geviertelt
1 EL Kapern (vorzugsweise aus dem Salz), gewässert

     samt Brot, Peperoni, Tomaten und Gurke in eine Schüssel geben.

ROTWEIN-DRESSING
1 EL Rotweinessig
2 EL Gemüsebouillon
1 Schalotte, gehackt
1 Knoblauchzehe, gepresst
1 TL Senf
Salz, Pfeffer aus der Mühle
2 EL Olivenöl

     verquirlen oder in einem Schüttelbecher zu einer sämigen Sauce mischen.
     Über den Salat giessen, mischen. Im Kühlschrank 1 Stunde ziehen lassen.

ein paar Zweige Basilikum, abgezupfte Blättchen
     darüber streuen.

nicht scharf

Tipp: dieser Salat passt auch ausgezeichnet zu Grilladen.



Kommentare:

  1. Ein immer wieder gern gegessener Salat und zugleich ein gluschtiger "Alt"-Brot-Verwerter - die Enten im Weiher lieben mehr frischeres Brot ... ;-)
    Interessanterweise vertrage ich die Freilandgurken in Thailand um Längen besser als die bei uns erhältlichen Exemplare. Am "Urlaubs-Feeling" kann' s aber nicht liegen.

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    1. Meine Erfahrung: europäische Gurken unbedingt schälen und auf jeden Fall entkernen. Ich bin überzeugt, dass die Verdauungsprobleme damit weitgehend behoben werden.
      Die asiatischen Gurken hier, vor allem die kleinen, kann ich auch problemlos ganz essen, früher war ein Gurkensalat nur möglich, wenn die Scheibchen allerfeinst gehobelt waren. Bei einem gemischten Salat im Restaurant habe ich die stets dicken Scheiben immer liegen lassen...

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  2. Dein Panzanella-Rezept liest sich so, als seien die Brotwürfel noch knusprig geblieben. Ich mag es nur so und nicht mit matschig gewordenem Brot. Bei mir findet sich auch ein Rezept dafür, allerdings ohne Gurken:

    http://bonjouralsace.blogspot.fr/search/label/Panzanella

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    1. Wie oben beschrieben gibt es ganz viele Varianten einer Panzanella.
      Und ja: die Brotwürfel saugen zwar die Flüssigkeit auf, bleiben aber trotzdem etwas knusprig. Matschig mag ich sie ebenfalls nicht!

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