23. November 2014

NEU GEFUNDEN

Erfunden
hat es in den 1970-er Jahren das Rezept-Autoren-Team von Betty Bossi.

Das «Party-Filet»
wurde in dieser Zeit bei jeder Einladung gereicht und schlug ein, wie eine Bombe. Es war schlichtweg DAS Gericht zum Vorbereiten und ausserdem multiplizierbar für eine beinahe unbegrenzte Gästezahl – Schranken setzt nur die Grösse der verwendeten Gratinform.

Dieses Gericht
traf den Geschmack des damaligen Zeitgeistes und das Verlangen der nach neuen Rezepten gierenden Hausfrauen voll und ganz.
Es war ganz einfach, und deshalb einfach genial!

Neu gefunden –
oder auch «empfunden» – habe ich das legendäre Gericht schon vor ein paar Jahren, als ich von Freunden gebeten wurde, etwas typisch schweizerisches für sie zu kochen.
«Züri-Gschnätzlets mit Röschti» habe ich dafür vorgesehen, nach einem Riesling-Süppchen mit Einlage und vor einer Portion «Merängge» (Baisers) mit Schlagrahm und Glacé.
Der bevorstehende Event sprach sich herum und die steigende Gästezahl sprengte plötzlich meine Möglichkeiten der Rösti-Zubereitung.
Das «Party-Filet» von Frau Bossi kam mir in den Sinn. Das entsprechende Kochbuch hatte ich zwar nicht mehr, konnte mir das Rezept jedoch in etwa zusammenreimen.
Und so gab es eben «Filetmédaillons aus dem Ofen» mit Pasta (Ehrensache: selbst gemachte Tagliatelle).

Alle waren
restlos begeistert und eine Gästin glaubte, sich zu erinnern, so etwas schon einmal gegessen zu haben – also typisch schweizerisch...


FILETMÉDAILLONS aus dem Ofen

Party-Filet «my Style»
4 Portionen als Hauptgericht

Einkaufsliste zum Ausdrucken

500–600 g Schweinsfilet aus der Mitte (damit man schöne Tranchen schneiden kann!)
Gewürzsalz
Paprikapulver

     Fleisch in 12 ca. 2 cm dicke Tranchen schneiden, würzen.

Alles zum Vorbereiten!
6 Tr. Frühstücksspeck
     längs halbieren, um die Filetstücke rollen. In eine geölte Gratinform setzen.

Butterflocken
     darauf verteilen.
     Bei 200 °C 10 Minuten garen.

1 Schalotte, gehackt
1 Knoblauchzehe, gehackt
50 g Cherrytomaten, gewürfelt
6 schwarze Oliven, Brunoise
2–3 Rispen grüner Pfeffer (nach Belieben)
1 EL Reisöl

     mischen, über und neben dem Fleisch verteilen.
     Weitere 10 Minuten garen.

Sauce:
200 ml Rahm (oder Kokoscrème)
2 EL Ketchup
2 EL Cognac (oder Brandy)
2 TL Senf
1/2 TL Paprikapulver
1/2 TL Salz

     mischen, über alles verteilen.
     Weitere 5–6 Minuten garen.

Mit Pasta oder Reis servieren.

wenig scharf (grüner Pfeffer)

Vorbereiten: alle Zutaten können vorbereitet bzw. bereitgestellt werden. Vorbereitetes Fleisch mit Klarsichtfolie zugedeckt bis zu 30 Minuten zugedeckt bei Küchentemperatur stehen lassen, länger im Kühlschrank. 1 Stunde vor dem Fertigstellen aus dem Kühlschrank nehmen.

Bei mehreren Personen
Mengen beliebig vervielfachen, ausser die Sauce:
6–8 Personen: Saucenzutaten mal 1,5
10–12 Personen: Saucenzutaten verdoppeln




Kommentare:

  1. Freut mich, das Rezept. Die Einleitung brachte mich zum Schmunzeln, denn wir hatten auch ein Standard-Rezept mit Filet, simpel und aus dem Ofen, für Gäste, noch einfacher, eigentlich: Blätterteig in 10x10cm Quadrate schneiden, etwas geräuchter Speck darauf und obenauf eine Tranche Schweinsfilet, aussenstehender Teig mit Eigelb verdünnnt bestreichen, ab in den Ofen, vor dem Servieren ein Klötzchen Café de Paris oder anderer Kräuterbutter drauf, Ebenso immer gut und beliebt, and very easy.

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    1. Jaaaaa, genau: daran kann ich mich auch noch erinnern! Filet-Chüsseli!
      Da musste ich als Rezeptautor doch jahrelang aufpassen, bloss nichts annähernd ähnliches zu kreieren, aber nun als freier Blogger kann ich mir solche Kapriolen natürlich erlauben!!!

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  2. Herrlich, wofür Betty Bossi alles gut ist. Mit einem kann man sicher sein. Die Rezepte aus der Bossi-Serie funktionieren immer und sind auch recht gut anzuschauen.

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    1. Danke, Gerhard, für deine Bemerkung!
      Ja, gelingsichere Rezepte seit 1956, die Kunstfigur BB war wohl Vorreiterin aller nachfolgenden Kochzeitschriften?!
      Mit besten Grüssen aus Fernost an den Hohentwiel,
      FEL!X

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  3. >und eine Gästin glaubte, . . .
    Danke - you put a smile on my face!

    Bin auch aus dieser 'Zeit' und sogar lange am Rande der Schweiz gelebt, kannte dies aber nicht und brauche oft mal Rezepte für viele Personen - ist auf der Liste.

    Danke auch für dies nochmals: BASILIKUM-MARTINI
    Ist sehr gut angekommen! (Meine Frau als Martini Freundin dankt auch!)
    Schöne Grüße Axel

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    1. - Hm... ja: DER Gast – DIE Gästin... oder etwa nicht?!!!! ;o)
      - Also, das Original «Party-Filet» ist fürwahr ein Klassiker, meine Variante mit etwas Beigemüse ebenfalls sehr zu empfehlen.
      - Und der Basilikum-Martini vor allem ein Hingucker!

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    2. >Als gebürtiger Schaffhauser
      lese ich bei Robert gerade...
      Nun Konstanz (Rande der Schweiz) ist ja nicht weit weg ;-)
      Schöne Grüße Axel

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