15. April 2015

KHAO MAN GAI ...

... gehört – wie zum Beispiel auch Phat thai – zu den bekanntesten und beliebtesten Gerichten thailändischer Garküchen.
«Khao» heisst Reis, mit «man» (= Fett, Öl) ist die fetthaltige Brühe gemeint, mit welcher der Reis gekocht wird, «gai» schliesslich ist das Huhn, das Fleisch und Brühe liefert. «Chicken Rice» ist die gängige Bezeichnung dafür in Englisch.

Eigenständig
ist die Zubereitungsart, Reis in einer Brühe zu garen und nicht einfach in Wasser zu kochen. Serviert wird denn auch nicht nur Fleisch und Reis, sondern eben auch die Brühe, die in kleinen Schlucken zwischen zwei Bissen genossen wird.

Was wäre
Thailand ohne seine leckeren Sösschen?! Für «khao man gai» kommt allerdings nur eines in Frage: eine Zubereitung aus Chili, Ingwer, Essig und Sojabohnensauce «dtao-jiao». Gelb-braun und optisch nicht sehr attraktiv kommt diese aus der Flasche, die hier bei jedem Krämer erhältlich ist. Aber sie verleiht diesem Dip einen unvergleichlich leckeren Geschmack.

Farblich
kommt das Gericht eher unscheinbar daher, ausser ein paar Gurkenscheiben und ebenfalls grünen Blättern tut sich nicht viel auf dem Teller. Ich koche darum ein paar Karottenwürfel mit dem Reis, was natürlich gar nicht authentisch ist. Aber das kann ja jede/r halten, wie er/sie will.


CHICKEN RICE 

Pochiertes Huhn mit Reis und Sojabohnen-Dip
khao man gai
authentisches Thai-Gericht
2 Portionen als Hauptgericht

Einkaufsliste zum Ausdrucken

800 ml Wasser
knapp 1 TL Salz
3 Korianderwurzeln, gequetscht
6 Pfefferkörner, grob zerstossen

     aufkochen und zugedeckt 10 Minuten köcheln lassen.

2 Pouletbrüstchen, à ca. 150 g
     kalt überbrausen, in den Sud geben. Zugedeckt 25 Minuten pochieren.
     Fleisch herausheben, zugedeckt warm stellen. Brühe absieben, 400 ml davon beiseite stellen.

200 g Jasminreis
     waschen, abtropfen lassen.

2 EL Reisöl
4–5 Knoblauchzehen, in Stiften

     goldgelb braten.

100 g Karotten, 0,5 cm gross gewürfelt
     samt dem Reis beifügen und ca. 3 Minuten unter Rühren mitbraten. Mit der abgemessenen Brühe im Reiskocher garen.


SOJABOHNEN-DIP

Nam jim taochiao 

3 EL Sojabohnensauce, bei Produkten mit ganzen Bohnen samt Flüssigkeit
1 Chilischote, entkernt, gehackt
1 EL Ingwer, fein gehackt
1 TL Zucker
1 EL weisser Essig
1 TL Sojasauce

     Sojabohnensauce im Mörser fein zerstossen, mit den weiteren Zutaten mischen – oder alles in einem kleinen Mixer (z.B. Moulinex Kräutermühle) zu einer glatten Sauce verarbeiten.
     In 2 kleine Schälchen füllen.

     Restliche Brühe erhitzen, in 2 Suppenschälchen füllen.
     Fleisch tranchieren, mit Reis, Sauce und Brühe anrichten.

ein paar Salatblätter
4–6 Frühlingszwiebelchen
einige Zweige Dill
eine kleine Gurke, in Scheiben

     dazulegen.

mittelscharf (nur der Dip)

Tipp: Bei mehreren Personen sämtliche Zutaten beliebig vervielfachen.

Das Gericht kann auch mit Hähnchenschenkeln oder einem ganzen Huhn zubereitet werden, die Garzeit verlängert sich entsprechend. Zum Tranchieren das Fleisch von den Knochen lösen.

Die Flüssigkeitsmenge ist für das Kochen von Reis im Reiskocher ungewöhnlich hoch, stimmt jedoch für diese Zubereitung.
Wer keinen Reiskocher hat, bereitet den Reis mit den selben Mengen in einer Pfanne zu.

Die Dipsauce schmeckt auch zu anderen Gerichten.

Kommentare:

  1. Volltreffer !
    Noch 16 x Schlafen und deine kulinarischen Genüsse sind au Meine. Ausnahmsweise serviert ;-)

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    1. Das gönne ich dir natürlich ganz und gar!

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  2. Falls ich ergänzen darf: "Hainanese Chicken Rice" ist die ausserhalb Thailands gebräuchliche Bezeichnung für dieses oder so ähnlich gemachte Gerichte. Der Name bezieht sich auf die China vorgelagerte und zu China gehörende Insel Hainan.

    Bei Deinem Rezept, geschätzter Felix, erwarte ich keinen richtigen Khao Man, da die Brüstchen zuwenig Fett abgeben. Im besten (für uns) Khao Man Gai Restaurant in Chiang Mai wird der Reis mit dem Hühnersud gekocht, d.h. die ganzen Hühner werden gekocht und der Sud für den reis verwendet. Da kommt fett Fett ran an den Reis.

    In vielen Khao Man Gai Restaurants in Thailand wird fast ausschliesslich dieses Gericht serviert, mit Variante "Grob" = knusprig, also Huhn frittiert dazu, oben auf den Reis gelegt. Nebst dem fein geschnittenen Huhn (von Bein, Brust, was immer, aber ohne Knochen) wird als Option auch gestocktes Hühnerblut serviert, so was wie Blutwurst ohne Haut, etwas fester als Pudding. Ein Huhn nach dem anderen wird ausgebeint, die Karkassen der gesottenen Hühner für Hühnersuppe verwendet, von der automatisch, gratis, ein Schälchen pro Portion Khao Man Gai zugestellt wird.

    Das wurde jetzt etwas lang. Sorry, Felix, und Grüsse aus Chiang Mai
    Erich

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    1. Selbstverständlich habe ich einen eher langatmigen Kommentar deinerseits erwartet, lieber Erich – ich wäre sonst schon fast etwas enttäuscht gewesen.
      Gerechnet habe ich eigentlich auch mit einer Bemerkung «Miao macht das auch, aber so ...». Jedoch: klar, dass Miao «Khao man gai» noch nie selber zubereitet hat, weil man das ja überall und ohne eigenen Aufwand in Thailand auswärts essen kann.

      Dieses Gericht habe ich für alle rezeptiert, die eben keine Gelegenheit haben, «Khao man gai» mal schnell im nächsten Lokal zu bestellen oder dies (nach deiner Schilderung, was noch dazu gehören könnte) auch gar nicht mehr wollen. Es ist eine Light-Variante für den Hausgebrauch. Ohne viel Fett, ohne Innereien, ohne gestocktes Hühnerblut.

      Ich stelle wiederum fest, dass du meine Ausführungen einmal mehr nicht genau gelesen hast, sonst hättest du ja im Tipp gesehen, dass das Rezept eben auch mit einem ganzen Huhn oder Hähnchenschenkeln zubereitet werden kann, welche mehr Fett liefern.

      Ach ja: das Schälchen Suppe ist im Lokal übrigens keineswegs gratis: es gehört ganz einfach zum Gericht. Dazu gehören auch Phrik ki nu (kleine Chilischoten), rohe Knoblauchzehen und Frühlingszwiebelchen, welche im Restaurant (anstelle von Salat und Dill) separat dazu serviert werden.

      Also bitte einfach genau lesen und entsprechend kommentieren.

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    2. Meinen etwas langen Kommentar habe ich für alle geschrieben, die nicht in Thailand wohnen und so noch etwas zusätzlich über das Gericht erfahren, das in ganz Südostasien oder überall, wo Chinesen ansässig sind, bekannt ist.

      Da der Name "fettiger Reis mit Huhn" bedeutet und die Brüstchen nicht überaus viel Fett enthalten, schien mir erwähnenswert, etwas zum Khao Man Gai im Restaurant zu erwähnen.

      Ich bin der Meinung, die Kommetarfunktion sei zum Gedankenaustauch da, statt nur zu schreiben "Möchte ich jetzt auch" oder "Super".

      Nimm Kommentare bitte nicht persönlich und schon gar nicht als Angriff. Ich bewundere Deine Rezepte, Deinen Blog, Dein Wissen.

      Gruss, Erich

      Langatmig = allzu ausführlich, weitschweifig (Duden)

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    3. Noch was, ich lese Deine Posts in der Regel komplett, nicht quer durch, und das mit den ganzen Hühnern als Möglichkeit ist mir nicht entgangen, nur ist es in den Khao Man Gai Restaurants nicht eine Möglichkeit, sondern Usanz.

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  3. .. und die Innereien habe ich noch vergessen, Herz, Leber, Niere, die kann man auch haben dazu.

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  4. Authentisches Thai Food ist zu 97,5% lecker, da lasse ich mich auch von den Rüebli nicht abschrecken (obwohl ... von mir aus kannst Du die weglassen ;-) )
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

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    1. Rüebli = Optik.
      2,5 % sind dann was??? Die Innereien und das gestockte Hühnerblut (siehe Kommentar Houdini)???

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