2. August 2015

POETISCHER LORBEER













Edel, herb, einzigartig. Verkannter Aussenseiter. Meist zur Nebensache degradiert. Besteckte-Zwiebel-mit-Nelke-Klischee. Genialer Aromaknüller. Unvergleichlicher Bringer von Glückseligkeit. Das Lorbeerblatt.

Natürlich hat Lorbeer
wie auch immer begnadete Häupter geehrt und bekränzt, aber auch blutige Schwerter reingewaschen. Lorbeeren sind seit jeher ein Symbol des Lobs und der Anerkennung.
Als Gewürz führt das edle Blatt meist ein eher bescheidenes Dasein: mit einer Nelke auf die Zwiebel gesteckt. Dabei hat der geniale Aromaknüller weit mehr zu bieten!


EIN LORBEERBLATT

Es hatte einst ein Lorbeerblatt
sein einsam Dasein gründlich satt
und suchte nach Verwendung.
 
Im köstlich frischen, grünen Kleid
war’s die Limette gleichfalls leid
und hoffte auf Verbindung.
 
Sie beide legten sich – wie fein –
gar köstlich in ein Bad aus Wein.
Das war schon fast Verschwendung!
 
Ein Fisch sah dies und fragt die zwei:
ob es denn wohl gestattet sei,
gleichfalls zu marinieren?
 
So gab es sich, dass alle drei
im Bad – das war nicht einerlei –
vom andern profitierten!
 
Es trug sich aber weiter zu,
dass alles zubereitet war im Nu
zum köstlichen Dinieren...
 
                                                    FEL!X 2003





TONNO & ALLORO

Thunfisch mit Lorbeer
4 Portionen als Hauptgericht

Einkaufsliste zum Ausdrucken

Am Vortag:
20 Lorbeerblätter (frisch oder getrocknet)
1 Limette, Saft (Limettenpresse!)
150 ml Weisswein
2 EL Olivenöl
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

     4 schöne Lorbeerblätter zum Garnieren beiseite legen, die restlichen Blätter grob zerbrechen, mit den weiteren Zutaten in einem Pfännchen erhitzen. Einmal aufkochen, zugedeckt auskühlen lassen.

4 Tr. frisches Thunfischfilet (Sushi-Qualität) à ca. 125 g, mindestens 3 cm dick
     in einen Gefrierbeutel geben, Lorbeerstücke dazwischen legen, kalte Marinade dazugiessen. Beutel möglichst ohne Luft verschliessen, im Kühlschrank über Nacht marinieren.

Am Zubereitungstag:
     Beutel aus dem Kühlschrank nehmen, Küchentemperatur annehmen lassen.
     Backofen samt einem Teller auf 80 °C vorheizen.

1 EL Olivenöl
1 EL Butter
Salz

     Thunfischtranchen aus der Marinade heben, trocken tupfen. In der Öl-Buttermischung auf gutem Feuer beidseitig je 2–3 Minuten braten, der Fisch soll innen noch rosa sein. Leicht salzen und im Ofen warm stellen.

     Marinade samt den Lorbeerblättern in der benutzten Bratpfanne aufkochen, auf die Hälfte reduzieren, mit Salz und Pfeffer abschmecken. In ein Saucenpfännchen passieren.

2 EL Butter, kalt, in Flocken
     erst kurz vor dem Servieren unter die nochmals erhitzte Sauce schwenken (aufmontieren). Nicht mehr kochen lassen.

1 Limette, in Scheiben
     Thunfisch mit der Sauce anrichten, je eine Limettenscheibe und ein beiseite gelegtes Lorbeerblatt dazulegen. Mit Reis oder Pasta und einer Gemüsebeilage [FEL!X: confierte Cherrytomaten, mit Knoblauchscheibchen aber ohne Kräuterzugabe] servieren.

nicht scharf

Thunfisch: ich habe Bonito verwendet, ein kleiner Verwandter des Thunfischs. Er ist der kommerziell wichtigste Thunfisch. Seine Bestände sind nicht gefährdet und gelten als relativ stabil.
Lorbeer: die Blätter habe ich von Freunden aus ihrem Garten auf Elba erhalten. Nochmals danke, liebe Zabou und Christian!



Kommentare:

  1. Schön gedichtet UND gut gekocht :-)
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

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  2. Ohne auch nur ein Fünkchen schlechtes Gewissen; diese Lorbeeren ganz für Dich! Schönes Gedicht und ein wirklich herrliches Gericht.
    Ich liebe den Duft und Geschmack des Lorbeers. Grüße aus Staufenberg.

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  3. Danke, liebe Brigitte, für dieses schöne Kompliment!

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