11. Oktober 2015

SÜSS-SALZIG

Süss = «wan»
kommt hier in Thailand nicht nur als Sweet&Sour = süss-saure Zubereitungen auf den Tisch, sondern auch als süss-salzige. Und für einmal finde ich es ganz apart, wenn hier kein saurer Anteil dazukommt.
Es geht beispielsweise um Hühnerflügel, die zusammen mit Wachteleiern in Sojasauce geschmort werden. Die salzige Komponente liefert die Sojasauce, die süsse einmal mehr der Palmzucker.

Palmzucker
ist viel weniger süss, als jener aus Zuckerrohr oder -rüben, dafür ist er aromatisch. Mit Haushaltzucker bereitet man dieses Rezept also besser nicht zu.

Die thailändische Bezeichnung
für dieses Gericht kann ich mir einfach nicht merken, sie lautet:
ปีกไก่ต้มเค็มกับไข่นกกระทา
bpikgaidtohmkhemgapkhainohkgrathaa
(ja-jaa: alleswirdaneinandergeschrieben!)

bpik = Flügel, gai = Huhn, dtohm = gekocht, khem = gesalzen (dtohm-khem = ein Thai Gericht mit gesüsstem Fleisch), gap = und (oder: gegessen mit), khai = Ei, nohk = Vogel, gra-thaa = Wachtel.
Von Sojasauce = nam sii-iuu ist gar nicht die Rede...

Serviert
werden «Hühnerflügel und Wachteleier in Sojasauce» meistens in einer grossen Suppenschüssel. Ich finde es schmackhaft, einen Teil der Schmorflüssigkeit zu reduzieren und als Dip-Sauce separat zu reichen – was natürlich einmal mehr ganz und gar nicht authentisch ist!



HÜHNERFLÜGEL UND WACHTELEIER in Sojasauce geschmort

bpik-gai-dtohm-khem-gap-khai-nohk-gra-thaa
authentisches Thai-Gericht (oder doch beinahe!)
2 Portionen, bei mehreren Personen mit weiteren Thai-Gerichten servieren

Einkaufsliste zum Ausdrucken

12 Wachteleier 
     4 Minuten kochen, kalt abschrecken, schälen.

30 ml dunkle (süsse) Sojasauce (Kecap manis)
40 ml Sojasauce
15 ml Fischsauce

     mischen.

50 g Palmzucker, in Pastenform
     zerbröckeln, bereitstellen. Falls Palmzucker nur als harte «Küchlein» verfügbar ist: fein hacken.

2–3 Büschelchen Koriander
     Blättchen abzupfen, beiseite stellen.
     Würzelchen und Stängel hacken, es sollte die Menge von ca. 2 EL ergeben.

1 TL schwarze Pfefferkörner
2 Knoblauchzehen, grob gehackt

     samt dem gehackten Koriander im Mörser zu einer Paste zerstossen.

1 EL Reisöl
     Gewürzpaste in einem Bräter mit dickem Boden sanft anziehen.
     Palmzucker beigeben, weiterdünsten, bis er sich aufgelöst hat.

500 g grosse Pouletflügel, ca. 6 Stk. à knapp 100 g
     beigeben, mitdünsten (nicht braten!), dabei wenden und mit den gedünsteten Würzzutaten überziehen.

500 ml Wasser (ungefähr)
     samt der Sojasaucen-Mischung beigeben. Die Flügel sollten knapp bedeckt sein.
     Wachteleier dazugeben. Halb zugedeckt auf kleinem Feuer 40 Minuten simmern lassen.
     Flügel ab und zu vorsichtig wenden, dabei die Haut nicht verletzen.

     250 ml der Schmorflüssigkeit absieben und bei grosser Hitze auf die Hälfte einkochen.

     Hühnerflügel, Eier und verbleibender Sud in eine Schüssel füllen, die beiseite gestellten Korianderblättchen darüber streuen.
     Eingekochten Sud als Sauce, zusammen mit Jasminreis, separat dazu servieren.

nicht scharf

Ernährungsinfo: 4–5 Wachteleier entsprechen der Menge eines Hühnereis. Die 12 Wachteleier könnten also durch 2 gekochte Hühnereier ersetzt werden.


Kommentare:

  1. Na das tönt doch wieder mal saulecker (mir eigentlich egal, wie authentisch es ist ;-) ).
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

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    1. Danke für dein Kompliment, lieber Andy!
      Mit «beinahe authentisch» beuge ich Kommentaren «das macht man hier aber nicht so» vor!

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  2. Ist notiert für die nächsten "asiatischen" Gelüste. Zurzeit steht allerdings noch Italien höher im Kurs. ;-)
    Liebe Grüße,
    Eva

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    1. Italia ist auch bei mit immer gut!
      Glücksnudeln und noch viiiiel mehr!!!

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  3. Ein echter Zungenbrecher, dieses Wort ;) Aber gratuliere! Ein sehr gelungenes Rezept und mir gefällt einmal mehr, wie du einem Klassiker in deiner Wahlheimat deinen eigenen Stempel "aufdrückst" und gekonnt den Spagat zwischen Ost und West schaffst! Hut ab!

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    1. Danke, danke!
      Am Geschmack ändere ich bei traditionellen Thai-Gerichten meistens nichts, auch nicht am Schärfegrad (jedenfalls für mich, ich kann ziemlich scharf essen), jedoch vielfach an der Präsentation.
      Manchmal inspirieren mich asiatische Zutaten, die ich nach meinen europäischen Kochgewohnheiten zubereite – das ist dann wirklich der kulinarische Spaget = Fusion- oder Crossover-Kitchen!

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