11. Dezember 2015

ERBSUNDRÜEBLI

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EIN KURZ&GUT REZEPT 

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Glaubt man 
der Statistik, soll des Schweizers liebste Gemüsebeilage tatsächlich Erbs&Rüebli (grüne Erbsen mit Pariser Karotten) sein. Und zwar aus der Konservendose.

In den 1960-er Jahren
war dies eines der ersten Convenience-Produkte (Hand in Hand mit den Flocken für schnell zubereitetes Kartoffelpüree aus dem Hause Knorr).
«Mittelfein» ist und bleibt die meistgekaufte Sorte, wobei dies die Grösse der Erbsli bezeichnet. Bei den kleinen Karotten dachten wir als Kinder stets, dass diese in mühevoller Arbeit aus normalen Rüebli geschnitzt werden, allein: sie wachsen tatsächlich in dieser kleinen, kugeligen Form, eben Pariser Karotten.

Praktisch
bleibt es zweifellos, lediglich eine Konservendose zu öffnen, aber wie viel delikater ist diese Gemüsebeilage selbst zubereitet – sogar mit «Powärli» aus dem Tiefkühlvorrat – aufgepeppt mit attraktiven Karottensternen und karamellisierten Nüssen!
«Powärli»: verschweizerdeutscht aus dem Französischen «pois verts» (grüne Erbsen)

Informationen / Details:
Pro Portion sollte man etwa 100 g Erbsen und 50 g Karottensterne als Gemüsebeilage rechnen.








ERBS & RÜEBLI 

Grüne Erbsen und Karotten mit karamellisierten Baumnüssen

für 4 Portionen als Gemüsebeilage:
  • 30 g Baumnüsse (Walnüsse) grob hacken oder lediglich zerbrechen, in einer beschichteten Bratpfanne ohne Fett goldbraun rösten
  • 3–4 Knoblauchzehen in Scheibchen hobeln, in 1 EL Olivenöl nur kurz anziehen, aus der Pfanne heben
  • 2 TL Zucker in die selbe Pfanne geben, karamellisieren. Mit 50 ml Weisswein ablöschen (Vorsicht: kann spritzen!), Knoblauch wieder beigeben, Karamell auflösen, einkochen lassen und schliesslich mit 2 TL Balsamico-Reduktion*, Salz sowie Pfeffer aus der Mühle abschmecken. Geröstete Baumnüsse beigeben, beiseite stellen 
  • von dicken Karotten 3 mm dicke Scheibchen hobeln, daraus möglichst grosse Sterne ausstechen, es sollten etwa 200 g sein (Abschnitte für eine Gemüsebouillon oder Tomatenessenz im Tiefkühler sammeln) 
  • 400 g tiefgekühlte, grüne Erbsen noch gefroren in reichlich kochendes Salzwasser geben. Sobald das Wasser wieder sprudelt 3–4 Minuten blanchieren. Herausheben, in Eiswasser abschrecken. Dann ebenfalls die Karottensterne ca. 2 Minuten blanchieren, abschrecken, separat beiseite stellen
Kann bis hierher vorbereitet werden!
  • Erbsen abtropfen, in 2 EL erhitzter Butter schwenken. Karottensterne erst kurz vor dem Servieren dazugeben, heiss werden lassen, mit Salz und Pfeffer würzen
  • mit den karamellisierten Nüssen anrichten

nicht scharf

* seit ich von dieser Balsamico-Reduktion bei «Grain de sel – Salzkorn» gelesen habe, bereite ich sie mir auf Vorrat zu und schmecke damit Sösschen und vieles mehr auf’s Trefflichste ab!

Kommentare:

  1. Immer spannend zu lesen. Wieviel Zeit benötigst Du für die vielen Recherchen?
    Diese Zubereitung ist originell, werde es mir schmecken lassen.
    Selbst bevorzuge ich die Erbsen aus dem Glas. Die tiefgefrorenen sind meist so hart, oder ich mach was falsch.
    Seit der Kindheit begleiten mich Erbsen, Möhren und Kartoffeln. Ob ich's immer noch mag? So richtig kann ich's nicht beantworten. Gewohnheit.
    Freue mich auf Deine mal wirklich ganz anders zubereitete Kreation.
    Grüße Brigitte

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    1. Internet sei Dank: solche Statistiken sind prompt abrufbar, ich verwende lieber mehr Zeit für ein feines Rezept!
      TK-Erbsen sollten, bevor sie in Butter geschwenkt, blanchiert werden – wie beschrieben. Allerdings werden natürlich auch verschiedene Sorten und Grössen im Angebot sein.
      Auch mich hat dieses Mischgemüse (aus der Dose!) durch die Kindheit begleitet. Seit ich selber koche, bereite ich es jedoch stets selber zu.
      FEL!X

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  2. hihihi ... ErbsundRüebli habe ich letztens auch grad gemacht und damit Kindheitserinnerungen geweckt. Deine Version ist natürlich weihnächtlich edel, sehr schön!
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

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    1. Danke Andy! Ja, man kann solche Klassiker ja durchaus mal etwas aufpeppen!
      FEL!X

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  3. Schön und weihnachtstauglich! Deine Erbs mit Rüebli sehen einiges besser aus als die von Hero aus meiner Kindheit :-)
    Heute noch? Wie alt ist Deine Statistik?

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    1. Auch heute noch, wenn es um Gemüsebeilagen als MISCHUNG geht.
      Bei Gemüse an sich wurde der Rüebli-Verzehr von den Tomaten geschlagen, diese stammen jedoch fast zur Hälfte aus dem Ausland.
      FEL!X

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    2. Prima Idee mit den Nüssen und den Rüeblisternen. Und sehr attraktiv zugleich !
      O.K. - im Moment ist erneut "dein" Lauchrezept angesagt (und eingekauft) :-)

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    3. Erstaunlich! Vermutlich gibt es demnach auch den "Russischen Salat" aus der Dose noch und die weissen Böhnchen in roter Sauce, Tomatensauce zu sagen wäre vermessen.

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    4. Ganz genau so ist es!
      Gemüseplatte gäbe es auch noch...

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