19. Januar 2016

ERINNERUNGEN: PROVENCE | FRANCE



LA ROUILLE ...
... la rouille – la rouille – la rouille ...
ja, ich kann es gar nicht oft genug aussprechen!
Es weckt Erinnerungen an Südfrankreich, deren ich stets gerne gedenke!

Mit Ulla,
einer Freundin aus meiner st.galler-Zeit, bin ich (weiss gar nicht mehr, wann das war) in die «Prowaangss» (Provence im provenzalischen Dialekt!) gefahren, etwas genauer: in ein Städtchen zwischen Marseille und St-Tropez. Um die französische Sprache etwas aufzufrischen. Ulla von Berufes wegen (Lehrerin), ich einfach so (kann ja nicht schaden!).

Les leçons françaises
fanden am Morgen statt, die Nachmittage waren frei. Wir wurden zwar angehalten, uns mit den Mitschülern in Französisch zu unterhalten, aber da buchten wir doch lieber noch ein Freifach. Ulla: windsurfen. Ich: kochen (logisch).

Während Ulla
noch surfte (wie kann man als Einzelperson auf dem Brett, allein im weiten Meer, bloss sein Französisch auffrischen?!), genoss ich nach den Küchenlektionen den Strand und vor allem die kleinen Restaurants entlang «de la plage», denn die Portionen der «leçons de cuisine» waren nicht gerade üppig. Weit draussen sah ich Ulla surfen und ins Wasser fallen, derweil ich mich an Austern, Fisch und anderem Meeresgetier gütlich tat – nicht ohne mich immer wieder zu erkundigen, wie dies alles zubereitet wurde.

La rouille,
die Sauce aus Brot, Tomaten, Knoblauch, Safran und Olivenöl kam immer wieder auf meinen Tisch. Und wir haben im Unterricht selbstverständlich auch deren Zubereitung gelernt, wobei es vor allem galt, die Begriffe «tremper» (einweichen), «presser» (ausdrücken) und «ecraser» (zerdrücken) zu lernen.

Ganz klassisch
wird «rouille» (franz. = Rost) auf gerösteten Brotscheiben zu einer Bouillabaisse (im Unterricht schlicht «soupe de poissons» genannt) gereicht, die Sauce passt jedoch zu fast allem, was aus dem Meer auf den Tisch kommt.
So auch zum Beispiel zu gegrillten Crevetten, siehe Kingprawns «Kim».

Mittlerweile
habe ich eine eigene Version von «la rouille» entwickelt. Sie ist wesentlich leichter und kommt mit lediglich einem kleinen Teil der sonst ziemlich massiven Ölmenge aus. Dafür füge ich etwas Crevetten-Essenz und eine Frischenote durch Limettensaft bei. Ausserdem verwende ich statt dem sonst üblichen «coulis de tomates» ofengeschälte Peperoni, was einen zusätzlichen Aromakick ergibt.



LA ROUILLE

provenzalische Sauce
4 Portionen

Einkaufsliste zum Ausdrucken

70 g Baguette (oder helles Toastbrot)
kochendes Wasser

     Brot würfeln, mit dem Wasser übergiessen. 20 Minuten stehen lassen.
     In einem Sieb abtropfen lassen und gut ausdrücken. In den Cutter [FEL!X: KitchenAid Food Processor] geben.

1/2 rote Peperoni (Gemüsepaprika)
     mit der Ofenmethode schälen (siehe Peperoni schälen). Zum Brot in den Cutter geben.

3 kleine, rote Chilischoten, nicht entkernt, gehackt [je m’excuse, aber weniger geht wirklich nicht]
2 Knoblauchzehen, gehackt
1/2 TL Salz

     zum Brot geben, alles fein pürieren.

1/4 Döschen Safranfäden, ca. 90 mg
     in einer Pfanne kurz rösten, dann im Mörser zerreiben.

50 ml Crevetten-Essenz (oder Fischfond, Gemüsebouillon)
     den Safran auflösen, in den Cutter geben und gut mischen.

40 ml Olivenöl
     durch den Schacht des laufenden Cutters nach und nach beigeben.

10 ml Limettensaft (Limettenpresse!), ca. 1/2 Limette
     dazupressen, abschmecken.

     Zu Bouillabaisse, oder Riesen-Crevetten wie beispielsweise Kingprawns «Kim» zusammen mit Baguette servieren!


mittelscharf

Tipp: die ganze Peperoni schälen, denn die verbleibende Hälfte kann, in Streifen geschnitten, einen Salat aufpeppen, eine Pizza bereichern oder einer anderen Sauce beigefügt werden.


Kommentare:

  1. Deine leichte Variante gefällt mir um Längen besser als die klassische. Ist "notiert". :-)
    Liebe Grüße aus Hamburg,
    Eva

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, gell: es gibt eben immer wieder Varianten. Umso besser, wenn sie etwas leichter daherkommen!
      Grüsse von 28 Grad ...
      FEL!X

      Löschen
  2. Sehr lecker und gluschtig (obwohl ich grad vom essen komme ;-) ) - müsste ich dringend auch wieder mal ...
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ... auch wieder mal zubereiten, oder dringend auch wieder mal in die Provence... ?!
      Mach's doch einfach!
      FEL!X

      Löschen
  3. Ich liebe die Provence und die Gerüche ihrer Küchen.
    Mal wieder hin? Schön wäre das.
    Die kleinen Toastscheiben mit der herrlichen Sauce liebe ich sehr und kann die Provence bis hierher riechen. Sehnsucht pur.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ... und bis die Reise in die Provence vielleicht näher rückt: gleich eine Portion Rouille zubereiten und schon mal träumen und geniessen!
      FEL!X

      Löschen
    2. Träumen ja, genießen ebenfalls, jedoch gehts erst mal wieder an die herrliche Ostsee. Frische Luft und ne herrliche Brise Wind mal wieder tanken. Träumerische Grüße

      Löschen
  4. Fein, fein, der Versuch mit Brot war vor vielen Jahren ein bisschen krümelig und eigentlich habe ich nichts gegen die mayonnaisige;-)
    Zur nächsten Fischsuppe gibt es nun deine Rouille.

    Du ich habe schon mal eine Fischsuppe aus Bodenseefischen gemacht, eher zart und sahniger. Auch zu dieser passt eine Rouille sehr gut.

    Viele Grüße
    Ulrike

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, Rouille ist tatsächlich sehr vielseitig: auch als Dip oder Cocktailsösschen (Chinoise, Feuertopf).
      FEL!X

      Löschen