26. Mai 2016

DAS KNOBLAUCHHUHN

Ein Post auf der Seite 
von vier chinesischen Bloggern aus USA hat mich an ein klassisches Rezept erinnert, das ich schon vor langer Zeit vergessen und deshalb nicht mehr zubereitet habe: Knoblauchhuhn mit Estragon.

Es handelt sich 
eigentlich um eine klassische Zubereitung aus der französischen Küche, welche eine der Bloggerinnen leicht asiatisch interpretiert hat. Meine Version war schon immer klassisch und so habe ich das Huhn auch zubereitet. Einzig bei der Gemüsebeilage habe ich mich inspirieren lassen: ganze Erbsenschoten*.

Information zur respektablen Knoblauchmenge:
für 2 Portionen werden 15 (fünfzehn!) Knoblauchzehen verwendet. Dies mag einige von euch abwinken lassen! Aber gemach: der ganz und gar gekochte Knoblauch wird mild, fast süsslich und gaaanz brav, verliert dabei weitgehend seine blähungs-treibenden Unarten!



KNOBLAUCHHÄHNCHEN mit Estragon

französische Küche
2 Personen als Hauptgericht

Einkaufsliste zum Ausdrucken

15(!) Knoblauchzehen
     schälen, siehe Tipp.

500 g Pouletteile [FEL!X: Unterschenkel und ganze Flügel]
Salz, Pfeffer aus der Mühle
1 EL Olivenöl zum Braten
     würzen, im mässig heissen Öl rundum zu schöner Farbe braten.

20 ml Cognac [FEL!X: Brandy]
     flambieren.
     Geflügelteile herausheben, in eine geölte Gratinform geben.
     Knoblauchzehen in der selben Pfanne unter Wenden anbraten, bis sie etwas Farbe annehmen.

20 ml Cognac [FEL!X: Brandy]
150 ml Geflügelfond
1/2 TL Estragon, getrocknet
     ablöschen, Estragon zwischen den Fingern zerreiben, beifügen. Köcheln lassen, bis der Knoblauch ganz weich ist.
     6 Knoblauchzehen zu den Geflügelteilen geben, die restlichen Zehen in der Flüssigkeit zu einer sämigen Sauce zerdrücken, was am besten mit einer Gabel geschieht. Es sollten noch etwa 100 ml Flüssigkeit vorhanden sein, allenfalls etwas Wasser zugiessen.

Kann bis hierher vorbereitet werden!

     Backofen auf 180 °C vorheizen. Sauce aufkochen, über die Geflügelteile giessen, im Ofen 15–20 Minuten fertig garen.

     Mit einer Gemüsebeilage* und «pommes Anna» (Kartoffel-Rosetten), Polenta, Pasta oder Reis servieren.

nicht scharf

Tipps:
  • Knoblauchzehen lassen sich ganz einfach schälen, indem man sie zunächst aufrecht zwischen Daumen und Zeigfinger mit Hilfe der anderen Hand leicht zusammendrückt, bis das trockene Häutchen knackt. So lässt es sich ganz leicht entfernen
  • Bei mehreren Personen Brandy-Menge nur geringfügig erhöhen, alle weiteren Zutaten beliebig vervielfachen
* [FEL!X: zarte, blanchierte Erbsenschoten in Butter mit confierten Tomaten]


Kommentare:

  1. Dieser Klassiker aus der französischen Küche - poulet aux 40 gousses d'ail -schockiert ja immer mit seinen 40 Knoblauchzehen. Deine 15 lesen sich da schon weniger abschreckend ;-)

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    1. ... es geht ja bei mir ja auch nur um etwa ein halbes Poulet (500 g)!
      Aber selbst bei 40 Zehen für die gut doppelte Menge Geflügel ist der Knoblauch nicht aggressiv.

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  2. Knoblauch in jeder Menge sind mir kein Problem, im Gegenteil, aber es muss nicht jeden Tag sein. In Korea assen wir rohe Knobli-Zinggen in Massen, aber Korea-Knoblauch ist nicht beissend wie europaeischer, der Nachgeruch und die Ausduenstung durch die Haut der Esser jedoch gleich. Auch dieses Rezept werde ich nachkochen.

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    1. Von der thailändischen Küche sind wir beide (und weitere Leser!) ja grosse Knoblauchmengen so ziemlich gewohnt.
      Bei dieser Zubereitung werden die verwendeten 15 Zehen allerdings um einiges «braver», als in einem kurz rührgebratenen Thai-Gericht.

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