1. August 2016

BALLERON...

... ist in der Schweiz
die elegante Bezeichnung für eine dicke Aufschnittwurst ohne Einlage, ähnlich der «Lyoner». In Lyon wird diese allerdings «Cervelas» genannt. Die «Zervelatwurst» ist wieder etwas anderes, als der traditionelle, schweizerische «Cervelat», welcher ausserdem in Basel «Chlöpfer» und in St. Gallen «Stumpen» genannt wird.
Da soll noch einer drauskommen!

Aus all diesen Wurstsorten
lässt sich jedoch ein Wurstsalat zubereiten. Oder ein Wurst-Käse-Salat.

Dass in der Kronenhalle
am Bellevue in Zürich neben anderen, traditionellen Schweizer Gerichten nicht einfach ein Wurstsalat, sondern eben ein Balleron-Salat seit 1924 auf der Karte steht, mag damit zu tun haben, dass halt nicht bloss ein profaner «Servela»-Salat angeboten wird. Und dass dieser noch immer zu den «Kronenhalle Klassikern» gehört, spricht für sich.

Im Restaurant Kronenhalle
kommen die ganzen Balleron-Scheiben einmal gefaltet (einst wohl noch von Hulda Zumstegs Hand?!) mit einer Senfsauce, Petersilie und Zwiebelringen auf den Teller – heute für 27 (!) Schweizerfranken zu haben.

Ich selbst
mag einen Wurstsalat etwas reichhaltiger, nämlich mit Käse, Gurken, Tomaten und einem Ei (und dabei für weniger als 27 Franken!). Die Wurst darf durchaus eine Balleron sein, deren feine Scheiben ich jedoch in Streifen schneide:



BALLERON-SALAT

Wurst-Käse-Salat
2 Portionen

Einkaufsliste zum Ausdrucken

SENF-MAYONNAISE-DRESSING #1:
1 EL Gemüsebouillon
1 EL Weissweinessig
2 EL Olivenöl, oder Sonnenblumenöl
1 TL Senf, mittelscharf
1 EL Mayonnaise (hoffentlich selbst gemacht!)
2 EL Crème fraîche (Sauerrahm), oder Rahm 
Salz, Pfeffer aus der Mühle 

wenig Thymian, abgezupfte Blättchen
     im Schüttelbecher oder mit dem Schwingbesen zu einer Sauce mischen.

150 g Balleron- oder Lyoner-Wurst, in feinen Tranchen
     in Streifen schneiden.

100 g Gruyère (Greyerzer-Käse), oder ein anderer Hart- oder Halbhartkäse 
     in Stäbchen schneiden.

1 Essiggurke 
     längs halbieren, quer in Scheibchen schneiden.

1 Schalotte, oder 1 kleine Zwiebel, in Lamellen
etwas Stangensellerie [FEL!X: Schnittsellerie], gewürfelt
1 B. Schnittlauch, in Röllchen
50 g Cherrytomaten, geviertelt
1 Ei, hartgekocht, gewürfelt (siehe Tipp)

     alles mit dem Dressing mischen und kurz ziehen lassen.

2–3 Zweige Basilikum
     abgezupfte Blättchen zerzupfen oder in Streifen schneiden, erst kurz vor dem Anrichten unter den Salat mischen.

Mit Bauernbrot oder Baguette servieren.

nicht scharf

Tipp: das gekochte Ei quer auf den Eierschneider legen. Durch einmaliges Herunterdrücken wird das Ei in Scheiben geschnitten. Danach noch ein- oder zweimal um 90 Grad drehen und erneut schneiden, so entstehen Streifen oder Würfel.



Kommentare:

  1. Balleron ! Da werden Kindheitserinnerungen wach. Meine Mutter hat die Scheiben angebraten bis sie schön gewölbt waren und anschliessend mit Erbsli und Ruebli aus der Dose gefüllt. Für mich damals ein Highlight.

    Frau A. vom Bodensee

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    1. Liebe Frau A.
      Balleron-Körbli: auch für mich eine Kindheitserinnerung!
      Bereiten Sie sich doch wieder einmal ein paar zu!
      Wichtig: dem Metzger sagen, dass die Haut an der Wurst bleiben muss, denn beim Anbraten zieht sich die Haut durch die Hitze zusammen, nur so entstehen Körbchen.
      Mit besten Grüssen an den Bodensee,
      FEL!X (ehemals St. Gallen)

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  2. Ganz in meinem Sinne ist dieser Wurstsalat. Dein St.Galler Stumpen erinnerte mich an meine Kinderzeit, zu der es in Gossau bei St.Gallen Cervelats und Salams gab, aber auch Lyoner und Balleron. Der Salam war guenstiger, duenner und etwas laenger als der Cervelat, sonst aehnlich. Der Stumpen kam dann auf und der Salam verschwand. In meinem Umfeld hat der Name Stumpen nie Fuss gefasst, die Wurst ist immer noch ein Cervelat oder eigentlich Servila.

    Die Suche nach dem Salam brachte mich in die Tuerkei, wo eine Wurst wie Ballaron/Lyoner Salam genannt wird, nebst Sosis fuer andere Wuerste - of course, vom Franzoesischen, wie vieles andere in TR.

    Kommt der Name Balleron nur von Ball oder Ballon? Oder sind Baloney/Bologna (USA), Polony (UK,RSA), ziemlich gleich aussehend, gleicher Herkunft?

    Die schweizerische Bezeichnung 'Aufschnittwurst' fuer eine Wurst aehnlich dem Balleron klingt albern. Ich schneide auch Cervelats auf.

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    1. Interessant, die verschiedenen Namensgebungen auch in anderen Ländern.
      Balleron ist auch ein Nachname, möglicherweise war ein Monsieur Balleron Namensgeber für diese Wurst?
      Im englischen Sprachraum ist «Bologna» für eine Lyoner-Wurst gebräuchlich, auch hier in Thailand. Bei 7-Eleven gibt es sie mit ganzen Chilischoten, bereits geschnitten. Ich kaufe sie jedoch am Stück, da ich eine Aufschnittmaschine besitze.

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  3. Ich LIEBE Wurst-Käse-Salat !!! In der Regel, mein erstes Essen wenn ich aus dem fernen Ausland zurück nach Hause kehre. Bei mir zubereitet mit Klöpfer, aber ohne Stangensellerie (chacun à son goût). Dazu Rösti oder Pommes frites und meine kleine Welt ist mehr als in Ordnung und glücklich.

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    1. Bei den Beilagen bleibe ich eigentlich gerne beim Brot.
      Aber eben, wie du sagst: chacun à son goût! ;o)

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    2. Peter, ich hoerte in Basel immer Glepfer statt Kloepfer, aber vielleicht liegt dies an meinen Ohrproblemen, die mir meine Frau diagnostiziert.

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    3. Nein, nein, das ist kein Ohrproblem. Glèpfer sagt man tatsächlich und ist eigentlich korrekt. Das gleiche Wort wird aber auch für Knallbonbons oder einen Nichtskönner verwendet. Deshalb wird mehrheitlich von Klöpfer oder Chlöpfer gesprochen - mit einer Bedeutung.
      Grüsse mir deine Familie und Chiang Mai ! :-)

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  4. Auch so ein Essen, das bei uns gerne auf den Tisch kommt, für Monsieur allerdings immer ohne Tomaten und das Ei nicht rein gewürfelt, sondern geachtelt als Deko an den Teller-Rand. Ja genau, chacun à son goût ;-

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    1. Eben.
      Mich nähme jetzt einfach noch Wunder, was denn bei EUCH als Beilage gereicht wird?!!

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  5. Abends als kleines Abendbrot serviert gibt es Baguette, sonst nichts. Wobei Monsieur sich mittags auch schon mal eine ordentliche Portion Bratkartoffeln dazu gönnt

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