7. August 2016

HÄHNCHEN & KOKOSNUSS

Bei «SAVEUR»
einem kulinarischen Magazin aus den USA, habe ich den Newsletter abonniert, welcher bereits publizierte Rezepte vermittelt.

«Ayam Jeruk»
Grilled Chicken and Toasted Coconut Salad
Als ich den Titel las, lief mir gleich das Wasser im Mund zusammen!

Die indonesische Küche
ist trotz der komplexen Mischung von Gewürzen und aromatischen Wurzeln eigentlich erstaunlich einfach.

Beim Lesen des Rezepts
jedoch fand ich, dass die Arbeitsschritte reichlich kompliziert sind: es sollten beispielsweise zwei verschiedene Pasten zubereitet und diese auch noch separat gebraten werden.
Ich nehme an, dies hat mit den oft verwendeten Gewürzpasten der balinesischen Küche zu tun, die ohnehin für verschiedene Zubereitungen hergestellt werden. Also geht das doch auch in einem Arbeitsschritt?

Ich suchte nach der selben Zubereitung
in meinen Büchern balinesischer Küche, wurde jedoch nicht fündig. Im www stiess ich lediglich bei Zach&Clay aus Washington D.C. auf deren Blog «the bitten word» auf ein entsprechendes Rezept und merkte, dass auch sie von der «SAVEUR»-Anleitung ausgegangen sind und diese ebenfalls etwas zurechtgebogen haben.
Also sagte ich mir: zusammenfassen ist bestimmt legitim!

Hier meine etwas vereinfachte – aber bestimmt nicht weniger leckere – Zubereitung dieses balinesischen Gerichts:



HÄHNCHENBRUST-KOKOS-SALAT

Ayam Jeruk | Grilled Chicken and Toasted Coconut Salad
nachempfundene balinesische Küche
2 Portionen als Hauptgericht (mit Reis serviert)

Einkaufsliste zum Ausdrucken



125 g Pouletbrust, gegart, auch Resten vom Vortag: gebraten oder gegrillt [ich hatte Poulet-Minifilets] 
     Fleisch in Stücke schneiden, fein zerzupfen.

1/4 TL Korianderkörner 
1/4 TL schwarze Pfefferkörner 

     in einer beschichteten Bratpfanne ohne Fett kurz rösten, bis die Gewürze zu duften beginnen.
     Fein zerreiben.

1/8 TL Muskatnuss, gerieben
1 TL Kurkumapulver 

     dazugeben, beiseite stellen.

75 g Kokosraspel, frisch (siehe auch Tipp) 
     in der selben Pfanne oder im Wok auf mittlerem Feuer unter fleissigem Wenden goldgelb rösten.
     Mit dem zerzupften Fleisch mischen.

25 g Schalotten 
Pflanzenöl zum Frittieren
     in Lamellen schneiden, frittieren, auf Küchenpapier abtropfen lassen. Beiseite stellen.

1 EL Galgantwurzel (ersatzweise Ingwer), gehackt
4–5 Knoblauchzehen
1 Schalotte, grob gehackt
2–3 Chilischoten, entkernt, gehackt
1/2 roter Peperoncino (Spitzpaprika), entkernt, gehackt
3 Kemiri- oder Macadamia-Nüsse [FEL!X: 1 EL Cashewkerne]
1/2 TL fermentierte Crevettenpaste
1/4 TL grobes Meersalz 

     samt den zerriebenen Gewürzen im Mörser zu einer Paste zerstossen. Wer eine kleine Kräutermühle besitzt, kann die Paste auch darin herstellen.

1 EL Pflanzenöl 
     Paste anbraten, bis sie zu duften beginnt.

1 Ds. Kokoscreme (Cream of Coconut), 160 ml
1/2 Limette, Saft (Limettenpresse!

     dazugeben, aufkochen.
     Poulet-Kokos-Mischung beigeben, gut mischen. Hitzequelle ausschalten.

3–4 Limettenblätter
     Blatthälften von der Mittelrippe reissen, in feinste Streifchen schneiden.
     Samt der Hälfte der frittierten Schalotten dazugeben, mischen.

     Hähnchen-Kokos-Salat anrichten, die restlichen Schalotten darüber streuen. Verbleibende Limettenhälfte halbieren und dazulegen. Lauwarm oder kalt servieren.

In Asien werden Salate dieser Art stets mit Reis gegessen.

mittelscharf

Tipps:
  • anstelle von frisch geraspeltem Kokosfleisch können auch 50 g getrocknete Kokosraspel verwendet werden
  • wer keine fermentierte Crevettenpaste hat oder mag, würzt stattdessen nach dem Anbraten der Gewürzpaste mit 1/2 EL Fischsauce
  • falls der Salat allzu trocken gerät, wenig kochendes Wasser beifügen
  • bei mehreren Personen sämtliche Zutaten beliebig vervielfachen

Gesehen bei: «SAVEUR», Issue May 2014, «Spice of Life»


Kommentare:

  1. Ohhh, wie lecker, das muss ich unbedingt testen, ich liebe indonesische Küche und das hier ist eine schöne Resteverwertung.
    Ich habe so eine indonesische Paste aus gebratenen Garnelen (Guisado Bagoong), die ist auch super. Bringt noch ein schönes Röstaroma und riecht im Gegensatz zu den meisten ähnlichen Produkten schon so ziemlich appetitlich ;-)

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    1. Danke, Britta!
      Bei den fermentierten Garnelenpasten (Thailand: ka-pi, Indonesien: trassi), die ich hier bekomme, bin ich auch sehr wählerisch und habe endlich ein Produkt gefunden, welches nicht «so streng» riecht!
      Ich habe hier den Vorteil, dass ich Kokosraspel frisch auf dem Markt kaufen kann (eigentlich für die Kokosmilchherstellung). Anderswo lohnt es sich, Kokosfleisch zu kaufen und selber zu raspeln, denn die getrocknete Ware ist meistens zu fein.

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