17. Oktober 2016

SCHWARZPULVER...

... oder besser gesagt: schwarzes Pulver!




Das Schwarzpulver 
ist mir kürzlich im Fachhandel bei den Backzutaten begegnet: Aktivkohle aus 5-jährigem Bambus aus Japan, bei Temperaturen um 1'200 °C gebrannt. Besonders aktiv, besonders wertvoll.

Aus der Apotheke
kenne ich «Carbo adsorbens», so die pharmazeutische Bezeichnung, sehr wohl. Dank der immens grossen Oberfläche dieser feinsten Kohle-Partikelchen wird Aktivkohle vor allem verabreicht, um Giftstoffe aus dem Magen-Darm-Trakt zu binden. Dies steht zwar bei der Verwendung in der Küche nicht im Vordergrund, vielmehr liefert die feine Kohle hier ein intensives Schwarz, welches Sepia-Tinte fast noch übertrifft – allerdings ohne fischigen Beigeschmack!

Eine kulinarische Spielerei also.
Bereits eine geringe Menge färbt beliebigen Teig tiefschwarz wie die Nacht. Auf 500 g Mehl rechnet man lediglich 15 Gramm, was etwa zwei Esslöffeln à 15 ml entspricht.



DÉLICE NOIR

Kulinarische Spielerei
ca. 60 rabenschwarze Sablés, die es in sich haben

Einkaufsliste zum Ausdrucken

100 g getrocknete Mango oder eine andere Trockenfrucht von heller Farbe wie z.B. Aprikosen
     in kleine, höchstens 5 mm grosse Würfelchen schneiden.

50 g Cashewkerne
50 g Pistazienkerne (selbstverständlich die ungesalzenen, geschälten!)

     Cashew sehr grob hacken, etwa in der Grösse der ganzen Pistazien. Beides in einer beschichteten Bratpfanne ohne Fett leicht rösten, bis die Cashewkerne wenig Farbe annehmen.
     Auskühlen lassen.

1 EL Aktivkohle, Pulver
1 EL Kakaopulver
250 g Weizenmehl (Typ 550

     zusammen sieben.

200 g Butter
     in der Rührschüssel der Küchenmaschine Küchentemperatur annehmen lassen.

100 g Zucker
1 TL Vanillezucker
1 Pr. Salz

     mit der Butter schaumig rühren.
     Mehlmischung dazugeben und zu einem zarten Teig zusammenfügen.
     Trockenfrüchte und die Kerne mit einem Spachtel gut daruntermischen.

3 Folienstücke
     (Haushaltfolie wie «Clingfilm» ist zu elastisch, besser einen aufgeschnittenen Gefrierbeutel verwenden!)
     Teig dritteln, auf die Folien geben und zu 3 Rollen von ca. 4 cm ø formen, siehe auch Tipp.
     Im Kühlschrank mehrere Stunden (besser über Nacht!) fest werden lassen.

     Backofen auf 180 °C (O+U) vorheizen.

     Die Rollen in 1/2 cm dicke Scheiben schneiden (am besten samt der Folie und diese erst dann entfernen), nicht allzu dicht auf Backpapier legen und ca. 10 Minuten backen. Die Plätzchen müssen noch sehr weich sein.
     Auf dem Papier auskühlen lassen.

Tipps:
  • als Farbstoff (E 153, unbedenklich) wird Aktivkohle in der Lebensmittelindustrie eingesetzt
  • Aktivkohle ist auch in der Apotheke erhältlich. Falls lediglich gepresst oder als Granulat erhältlich, muss dieses fein zerstossen werden
  • wer keine Kohle hat – t’schuldigung: wer keine Aktivkohle hat, nimmt die doppelte Menge an Kakaopulver und erhält damit einfach dunkelbraune Kekse!
  • die Rollen lassen sich schön rund formen, wenn man sie nach dem Verpacken 30–45 Minuten in den Kühlschrank legt und sie, sobald der Teig bereits etwas fester geworden ist, nochmals nachrollt

Ebenfalls eine Spielerei:
auch bei Brot wird die Verwendung von Aktivkohle zu einem Hingucker! Hier bei einem Toastbrot: der Hälfte des Teigs wurde Aktivkohle beigefügt, beide Teigstücke aufeinander gelegt und aufgerollt.

Kommentare:

  1. 👻 ich kenne das
    Schwarzpulver als den ältesten Sprengstoff der Menschheit. Ich werde diesen Stoff also in meiner Weihnachtsbäckerei verwenden und mal sehen, was passiert. Danke für Deine PFIFFIGE Idee. 🍩

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    1. Es wird zwar keine Explosion geben, der Rahmen des Alltäglichen wird jedoch definitiv gesprengt!

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