25. Januar 2017

SO EIN KABIS! #3

«... und im Treppenhaus roch es nach Kohl
Liest man das nicht ab und zu in Büchern, wenn eine eher ärmliche Atmosphäre dargestellt werden soll?!

Ein Kohlkopf
kostet wenig, das ist eine Tatsache. Dass ihm dadurch ein ärmliches Image anhaftet, finde ich jedoch nicht gerechtfertigt – vorausgesetzt, er wird mit Liebe und ein bisschen Raffinesse zubereitet. Dann ist nix mit Kohlgeruch im Treppenhaus, nix mit Armeleute-Essen!



KOHLROULADEN

Krautwickel
15 Rouladen 
2–3 Portionen als Hauptgericht

Einkaufsliste zum Ausdrucken

BLÄTTER VORBEREITEN
1 mittelgrosser Weisskohl, ca. 500 g
     Strunk keilförmig herausschneiden.
     Kohlblätter vom Kopf lösen, was am besten unter fliessendem Wasser geschieht.
     Das etwa eigrosse «Herz», von dem sich keine Blätter mehr lösen lassen, in Streifen schneiden.
     Dicke Enden der Blattmittelrippen keilförmig herausschneiden.

reichlich Salzwasser
1 Lorbeerblatt (siehe Tipp)

     aufkochen. Blätter portionenweise ca. 4 Minuten blanchieren. In Eiswasser abschrecken.



FÜLLUNG
200 g Hackfleisch gemischt (Rind und Schwein)
1 Zwiebel (100 g), gehackt
1–2 Knoblauchzehen, gehackt
3–4 Zweige Basilikum, Blättchen gehackt
1 Büschelchen Koriander, samt Stängeln und Würzelchen fein gehackt
75 g Reis, z.B. Arborio
1/2 TL Salz, Pfeffer aus der Mühle
2 EL Olivenöl

     alles gut mischen, am besten geht es noch immer mit der blossen Hand (= ca. 475 g Füllung).

FÜLLEN/ROLLEN
     Kohlblätter gut abtropfen.
     Mit 15 der grössten Blätter beginnen:
     Knapp 2 EL Fleischfüllung in die Mitte eines Kohlblattes geben. Zuerst die Seiten des Blattes einschlagen, dann locker aufrollen (nicht zu satt rollen, da der Reis während dem Kochen aufquillt).

1 EL Butter
in einer Gusseisenpfanne (Bräter) sanft schmelzen.
     Übrig gebliebene Kohlblätter sowie das in Streifen geschnittene «Herz» auf dem Boden auslegen. Die Röllchen (möglichst nur in 1 Lage) daraufsetzen.

4–6 kleine Tomaten
     Stielansatz nicht herausschneiden, jedoch gegenüberliegende Rundung kreuzweise leicht einritzen. Auf den Röllchen verteilen.

TOMATENGUSS
1 EL Butter
60 g Tomatenpüree
1 gute Prise Salz
250 ml Wasser

     Butter in einem Pfännchen schmelzen, restliche Zutaten beigeben, gut mischen.
     Über die Röllchen giessen.



     Auf mittlerem Feuer zum Kochen bringen, Hitze zurückstellen und nicht ganz zugedeckt (Deckel einen Spalt offenlassen) auf kleinstem Feuer während 3–4 Stunden sanft köcheln lassen, es darf nichts anbrennen.
     Flüssigkeit ab und zu kontrollieren, allenfalls wenig heisses Wasser zugiessen.

     Wer eine Beilage dazu möchte: Brot oder Salzkartoffeln wären dafür geeignet.

nicht scharf

Tipps:
  • das Lorbeerblatt im Sud mildert strengen Kohlgeschmack
  • in Balkanländern werden die Blätter von eingelegtem Kohl verwendet

Kommentare:

  1. Krautrouladen ist so ein Lieblingsding von mir. Mit Paradeissauce kenne ich sie noch nicht, muss ich also ausprobieren!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Eine Serbin hat mir einmal gesagt, sie würde anstelle von Brühe den oben aufgeführten Tomaten-«Guss» verwenden. Wird lecker!

      Löschen
  2. Danke Fel!x. Ich sollte öfter mit Herz kochen, statt nur Pasta aufzusetzen und eine schnelle Sauce dazu. Sanft köcheln kann ich auf unserem Gasherd, aber auf den meisten in Thailand verkauften ist dies nicht möglich, dann müsste der Topf in den Ofen. Nebenbei, ich mag Kohl/Wirsing besser als Weisskohl/Kabis, sehe ihn aber hier nie.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Du brauchst dir kein schlechtes Gewissen zu machen, manchmal muss es auch bei mir schnell gehen und dann ist Pasta eine gute Wahl!
      Bei meinem Gas-Réchaud (deutsches Fabrikat für asiatische Bedürfnisse!) ist es erstaunlicherweise die eigentlich sehr potente Doppelflamme für den Wok, deren inneren Kranz ich auch ganz klein stellen kann!
      Etwas wie Wirz/Wirsing gibt es hier manchmal auf dem Markt: dunkelgrün mit relativ lockeren Blättern (aber nicht Khanäng), meistens in Folie eingepackt.

      Löschen
  3. Kohlrouladen sich wundervoll! Allerdings müssen sie bei uns richtig kräftig angebraten werden, damit ordentlich Röstaromen entstehen, aber das ist natürlich, wie alles, Geschmackssache. :-)
    Liebe Grüße aus Hamburg,
    Eva

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, mit Röstaromen ebenfalls lecker! Diese Zubereitung hier ist dann eher die «light»-Version! ;o)

      Löschen