3. Januar 2017

POLENTA CROSSOVER

Wer hier öfters liest,
weiss, wie sehr ich Polenta liebe. Damit meine ich natürlich eine «richtige» aus Bramata Maisgriess, und nicht diese «Maispampe-in-zehn-Minuten»-Geschichte.

Mal ganz klassisch,
mal mit Peperonata gefüllt, auch schon mit Zitronengras aromatisiert – jedoch stets cremig und niemals trocken.
Und heute mal in einer Crossover-Variante, zu der mich das thailändische «nam phrik hom» inspiriert hat. «Nam phrik hom» ist eine Art Dip oder Relish aus den hellgrünen, länglichen (nicht scharfen) Peperoni, die mit weiteren Zutaten im Mörser zu einer Paste verarbeitet werden.

Die hellgrünen
Peperoni werden geröstet, damit man ihre Haut abziehen kann, vor allem erhalten sie dadurch aber auch ein wunderbares Aroma, am besten über Holzkohle. Wer also einen Grill besitzt, sollte ihn anwerfen – es lohnt sich!

Etwas vereinfacht
wie nachstehend zubereitet, passt dieses Relish auch ausgezeichnet zu einer Polenta – am besten, wenn man es darunter mischt:



POLENTA MIT GRÜNEM PEPERONI-RELISH

euro-asiatisches Crossover-Gericht
2 Portionen als Hauptgericht

Einkaufsliste zum Ausdrucken



Für das Relish (= etwas adaptiertes «nam phrik hom»):
200 g hellgrüne, längliche Peperoni (Spitzpaprika) 
2–3 Chilischoten
2 grosse Schalotten (50 g) oder kleine Zwiebeln, ungeschält
2–3 Knoblauchzehen, ungeschält

     Peperoni längs aufschlitzen, damit sie beim Rösten nicht aufplatzen, Chili mehrmals einstechen. Schalotten und Knoblauch auf einen Grillspiess stecken.
     Alles auf dem Grill (oder bei 200 °C im Backofen unter zugeschaltetem Grill) rundum rösten, bis die Haut der Peperoni schwarze Blasen wirft und die weiteren Zutaten eine schöne Farbe angenommen haben. Alles in einem Gefrierbeutel 10 Minuten ruhen lassen.
     Von den Peperoni die Haut abziehen, Kerne entfernen. Schalotten und Knoblauch schälen. Chili samt den Samen aus der Haut drücken. Alles in den Cutter oder Mixer geben.

einige Büschelchen Koriander: samt Würzelchen 45 g, ohne 35 g
     in kochendem Salzwasser 1 Minute blanchieren (die Würzelchen etwas länger). In Eiswasser abschrecken: so wird das Kräutlein leuchtend grün! Gut abtropfen, dann grob hacken.

1/4 TL Salz
1/4 TL weisser Pfeffer, fein gemahlen

     samt Koriander in den Cutter geben, nicht zu fein pürieren.

Kann bis hierher vorbereitet werden!

Für die Polenta:
350 ml Geflügel- oder Gemüsebouillon
300 ml Milch
wenig Salz

     aufkochen.

125 g Bramata (Maisgriess grob)
     einstreuen und auf kleinem Feuer unter fleissigem, aber nicht andauerndem Rühren ca. 30 Minuten leise köcheln lassen, bis eine cremige Konsistenz erreicht ist.

25 g Butter
     unter die Polenta mischen und zugedeckt an der Wärme (eventuell im Ofen bei 80 °C) ca. 15 Minuten ruhen lassen.

Fertigstellen:
     Polenta in 2 Schalen oder tiefen Tellern anrichten. Etwa die Hälfte des Peperoni-Relishs locker darunter mischen, den Rest in 2 Schälchen verteilen, dazu servieren.

     Nach dem Grillen der Schoten habe ich nochmals etwas Holzkohle aufgelegt, um darauf ein paar Geflügelteile (als Beilage?!) zu braten. Muss nicht sein, schmeckt jedoch toll zu dieser Art von Polenta.

mittelscharf

* mehr Information und Allgemeines über «nam phrik», die thailändischen Dips, siehe hier!


Kommentare:

  1. Es geht definitiv nichts über Bramata-Polenta. Es hat zwar gedauert, bis wir das begriffen, aber inzwischen könnte ich sie täglich essen. Beim nächsten Mal deine Version mit dem Relish!
    Liebe Grüße aus Hamburg,
    Eva

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    1. Danke Eva, das ist ein schönes Kompliment!

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  2. Moin Felix,
    Und wieder ins Schwarze getroffen. Ich liebe Polenta und war bisher mit meiner Kattus recht zufrieden.
    Magst du mir etwas mehr über Bramata verraten? Wo bekommende die ?
    Ich Danke dir und sende stürmische Grüße aus hamburg.

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    1. Also: Bramata ist der wirklich grobe Maisgriess, du kannst ein Bild davon bei meinem Rezept «Coniglio in umido» sehen. Bei Kattus weiss ich halt nicht, ob das dem groben Griess entspricht, den ich verwende, ich bekomme ihn mitgebracht aus der Schweiz!

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