19. Mai 2017

KOCHEN IM BAMBUSROHR ...

... ist in Asien eine weit verbreitete, traditionelle Garmethode für die Zubereitung verschiedener Gerichte und auch Reis.

Hier eine Dokumentation!


In meinem Garten
wächst ziemlich viel Bambus!


Die Segmente (botanisch: Internodien) werden so in Stücke gesägt, dass jeweils ein Ende offen, das andere durch den so genannten Knoten verschlossen bleibt.


HÄHNCHENFLÜGEL IN WÜRZIGER PASTE

Heute bereiten wir Hähnchenflügel-Teile in einer würzigen Paste (Nam phrik) zu.



Für 2 Portionen mörsern wir 1 daumengrosses Stück Galgant, 1 fingerlanges Stück Kurkuma, 2 Stängel Zitronengras, 3 Schalotten, 6 Knoblauchzehen, 1/2 fein abgezogene Schale einer Kaffirlimette, 1 TL fermentierte Crevettenpaste und 10 getrocknete Chilis. Wenig Wasser dazugeben.
Mit 400 g Pouletflügel-Teilen (Mittelteile und Drumsticks) mischen, in 2 Bambusrohre füllen und mit zusammengeknülltem Bananenblatt verschliessen.

AROMATISCHER KLEBREIS

für 2 Portionen
250–300 g Klebreis* werden 4–5 Stunden in Wasser eingeweicht. Abtropfen lassen, mit 100 g Nääm und wenig Salz mischen. Nääm ist eine thailändische Zubereitung aus rohem, gehacktem Schweinefleisch, welches samt Gewürzen fermentiert wird, eine Art rohe Wurst.
* von Klebreis benötigt man eine grössere Menge, als beispielsweise von Jasminreis



In 2 Bambusrohre füllen und mit Wasser auffüllen, bis der Reis gerade bedeckt ist. Mit zusammengeknülltem Bananenblatt verschliessen.


Eine schöne Glut im Grill entfachen, den Rost schräg darüberlegen. Die 4 Rohre an den Rost lehnen.


Nach jeweils 10 Minuten um 1/4 drehen (= 40 Minuten), dann ebenfalls nach 5 Minuten (= 20 Minuten).
Die Rohre von der Glut nehmen, kurz ruhen lassen.


Die Bambusrohre mit der Machete aufspalten und servieren.
Wunderbar!


Manchmal bereiten wir Bambusrohr-Gerichte auch im Feuerkorb in meinem Garten zu!

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Diese Garmethode
eignet sich neben kleinen Geflügelteilen ebenfalls für ganze Fische. Auch Pilze haben wir auf diese Art schon überaus lecker zubereitet!

Bambus als Kochgeschirr
ist nicht nur praktisch, sondern verleiht vor allem Reis ein sehr feines, leichtes Bambus-Aroma.
Die in Südostasien weit verbreitete Bambusart Cephalostachyum eignet sich dafür ausgezeichnet. Die Bambusstangen (botanisch: Halme) sollten dafür einen Durchmesser von mindestens 7 bis 8 cm aufweisen. Der zwar winterharte Bambus auf einer europäischen Terrasse eignet sich deshab leider nicht!

Der Ursprung kommt wohl
von in der Natur arbeitender Bevölkerung, die frühmorgens aufbricht und erst abends zurückkehrt. Unterwegs wird ein Bambushalm geschlagen und zurechtgesägt. Reis und weitere Zutaten wurden mitgebracht, in die Rohre gefüllt und im Feuer gegart.


Kommentare:

  1. Mei, das schaut so genial aus.
    Im Botanischen Garten wuchert der Bambus eh so arg. Aber ob die Freude hätten, wenn ich mit der Machete anrücke? ;)

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    1. Es wird auch richtig fein!
      Botanischer Garten? Da kämest du wohl eher mit Spiessruten statt Bambus wieder hinaus!!!

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  2. Zu schade, dass wir Nordlichter von diesem Geschmack nur träumen dürfen...

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    1. Ja, du Nordlicht! Dafür kannst du mit Schollen, Fenchel & Co. punkten!!!

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  3. Was für eine tolle Sache! Da bekomme ich direkt Lust, es auch mal auszuprobieren... ich werde die Augen nach Bambus offen halten! Vielen Dank für die Idee und Antegung!

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    1. Aber gerne! Wobei: die Idee ist natürlich nicht von mir, vielmehr gehört dies zu den traditionellen Kochmethoden!
      Leider kann ich auch nicht raten, wo in Europa solch dicke Bambusrohre verfügbar sind. Vielleicht wirklich im botanischen Garten, wenn der Bambushain mal ausgedünnt wird – allerdings sollten die Rohre nicht zu alt sein.

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