7. August 2017

SÜDAFRIKANISCHES GRILLVERGNÜGEN

«Braai»,
das traditionelle Barbecue ist wohl der typischste Bestandteil der Kap-Küche und immer auch ein gesellschaftlicher (Gross-)Anlass. Gegrillt wird eine grosse Menge verschiedener Fleischsorten mit reichhaltigen Beilagen. Die Anwesen wohlhabender Südafrikaner besitzen praktisch alle einen fixen Grillplatz, auf dem eine stattliche Gästeschar bewirtet werden kann.

Einwanderer
aus Indien und Malaysia beeinflussten – neben den Nachkommen europäischer Nationen – weitgehend die ursprüngliche Küche der schwarzen Einheimischen und brachten so einen bunten Mix und all ihre Gewürze in die Küche Südafrikas.

So auch bei «Sosaties»,
den würzig-fruchtigen Fleischspiesschen.
Die Bezeichnung stammt von «Sauce» und «Satay» (Fleischspiesschen) und mit Gewürzen wird wahrhaftig nicht gegeizt, vielmehr werden sämtliche Register gezogen!
Meine anfänglichen Bedenken ob dieser Würzfülle verflogen allerdings rasch, als ich nur schon die Marinade gekostet habe! Also bitte nichts weglassen, einer positiven (Geschmacks-)Überraschung sicher sein und viel Lob anlässlich der nächsten Grill-Party entgegennehmen!



SOSATIES UND SÜSSKARTOFFEL-MAIS-GEMÜSE

Fleischspiesschen mit Aprikosen
Südafrikanische Küche
8 Spiesschen

Einkaufsliste zum Ausdrucken


3–5 TAGE IM VORAUS
MARINADE:
2 Kardamomkapseln, ausgelöste Samen (oder 1 Msp. -pulver)
1/2 TL Pimentkörner (oder 1/4 TL -pulver)
1/2 TL schwarze Pfefferkörner
1 TL Korianderkörner
1/4 TL Kreuzkümmelsamen

     in einer beschichteten Bratpfanne erhitzen, bis die Gewürze zu duften beginnen. Im Mörser fein zerstossen.

1/2 EL Curry-Pulver, scharf
1 TL Rohzucker
2 Scheiben Ingwer
3 Limettenblätter, zerrissen
5 cm Zimtstange
100 ml Rotwein
2 EL Rotweinessig
8 Schalotten, halbiert

     dazugeben, alles erhitzen, 5 Minuten köcheln. Zugedeckt auskühlen lassen.


FLEISCH:
700 g Lammfleisch: Huft oder Nierstück, siehe auch Tipp 
     in 3–4 cm grosse Würfel schneiden, samt der Marinade in einen Gefrierbeutel geben.
     Im Kühlschrank 3–5 Tage marinieren.

AM ZUBEREITUNGSTAG, 2 STUNDEN IM VORAUS 
16 getrocknete Aprikosen
     mit kochendem Wasser übergiessen, 2 Stunden quellen lassen.

8 Holzspiesschen
     in kaltes Wasser einlegen, damit sie später beim Grillen nicht verbrennen.

     Den Beutelinhalt in ein Pfännchen geben, Fleischwürfel und Schalotten herausheben.
     Marinade samt den festen Zutaten kräftig aufkochen. Durch ein Sieb in ein Saucenpfännchen passieren, gut ausdrücken. Flüssigkeit auf 1 EL reduzieren (dabeibleiben!).

1 TL Pflanzenöl zum Braten
     dazugeben, mischen, beiseitestellen.

Salz
     Aprikosen abtropfen, abwechselnd mit Fleisch und Schalotten auf die Spiesschen stecken. Salzen und mit der reduzierten Marinade bepinseln.

Kann bis hierher vorbereitet werden!

     Auf dem Grill über mittlerer Glut ca. 15 Minuten rundum braten, dabei ab und zu mit der reduzierten Marinade bepinseln.

     Mit dem Süsskartoffel-Mais-Gemüse servieren.

wenig scharf (Curry-Pulver)

Tipps:
  • anstelle von Lamm passt auch Rind- oder Schweinefleisch 
  • Limettenblätter nicht durch Limettenschale ersetzen: diese wird – selbst dünn abgezogen – bitter. Falls keine Blätter verfügbar sind, besser dünn abgezogene Zitronenschale verwenden!
  • bei mehr als 8 Spiesschen sämtliche Zutaten beliebig vervielfachen




SÜSSKARTOFFEL-MAIS-GEMÜSE AUS DEM OFEN

4–6 Portionen, neben weiteren Beilagen

400 g Süsskartoffeln
     schälen, längs vierteln (dicke Exemplare in Spalten schneiden), in einer ofenfesten Form verteilen.

200 g Mini-Maiskölbchen, frisch 
     längs halbieren, zu den Kartoffeln geben.

70 g Butter
     sanft schmelzen.

2 EL Rohzucker
2 EL Limettensaft (Limettenpresse!)

     beigeben, rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat.

1/2 TL Salz
2 EL süsser Sherry
5 cm Zimtstange
6 Scheiben Ingwer

     dazugeben, über Süsskartoffeln und Mais giessen.
     Form verschliessen (Deckel, Alufolie).

Kann bis hierher vorbereitet werden!

     Backofen auf 180 °C (O+U) vorheizen.
     35 Minuten garen, dann offen kurz weiter backen, bis alles etwas Farbe angenommen hat.

nicht scharf

Weitere Rezepte der Kap-Küche:
Bunny Chow – Hähnchen-Curry im Brötchen 


Kommentare:

  1. Na schau, bei dir lerne ich sogar noch südafrikanische Küche kennen. Damit hatte ich bisher Null Berührungspunkte!

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